Gemeinderat fordert Tempo 30 in Dittmannsdorf

Die Staatsstraße 195 wird von vielen Kraftfahrern als Ausweichroute genutzt, wenn es auf der Autobahn klemmt. Das birgt Gefahr für Kinder auf dem Schulweg und Anwohner.

Dittmannsdorf.

Mindestens einmal pro Woche wird es brenzlig - das hat Holger Etz aus Dittmannsdorf am Dienstagabend dem Gemeinderat von Reinsberg geschildert. "Ich begleite meine Kinder täglich mit dem Fahrrad zum Schulbus. Auf dem Weg zur Wendeschleife muss ich immer wieder vollbremsen und ganz nach rechts ausweichen, um einen Unfall zu vermeiden", berichtet der junge Vater aus dem Oberdorf über die Verkehrssituation auf der Hauptstraße in dem Ortsteil von Reinsberg.

Der Abschnitt gehört zur Staatsstraße 195, die von Siebenlehn über Reinsberg nach Mohorn führt und von vielen Kraftfahrern als Alternativstrecke zur Autobahn 4 genutzt wird. Wenn es Stau zwischen Siebenlehn und Wilsdruff gebe, wälze sich eine Fahrzeuglawine über die enge Straße, so Etz: "Dann kommt einem mitunter minutenlang Laster an Laster entgegen."


Als Vorsitzender des Fördervereins der Grundschule "Zur Grabentour" werde er oft auch von besorgten Eltern angesprochen, deren Kinder die Bildungseinrichtung in Neukirchen besuchen. Aber nicht nur die Jüngsten auf dem Schulweg seien gefährdet, so Etz, sondern beispielsweise auch ältere Menschen, die auf einen Rollator angewiesen sind: "Die müssen auf der Straße laufen, weil es keinen Gehweg gibt."

"Das sind unhaltbare Zustände", bestätigte auch Bürgermeister Bernd Hubricht. Am Mittwoch vor Himmelfahrt habe es einen Unfall auf der A 4 gegeben, so der CDU-Politiker weiter; durch den Umleitungsverkehr sei ein Kind fast in einen Unfall verwickelt worden. Dem Vorschlag des Rathauschefs, für die Staatsstraße 195 im Oberdorf eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 zu beantragen, stimmten die Räte zu.

Peter Heilmann vom Verein für gerechte Kommunalabgaben (VgK) sorgt sich vor allem um Radfahrer und Fußgänger: "Es gibt an der Straße über weite Strecken keinen Gehweg. Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis da mal was passiert." Aus diesem Grunde sei jede Maßnahme zu begrüßen, so der Fraktionschef weiter, die zu einer Erhöhung der Verkehrssicherheit beitrage.

Mirko Schäffner (Linke) plädierte für Tempo 30, "weil dann die meisten Fahrzeuge wenigstens nur mit 40 statt mit 60 Sachen durchs Dorf rollen." Auch Mike Silbermann (CDU) begrüßte den Vorstoß. Eine Tonnage-Begrenzung anzustreben halte er dagegen nicht für gut, so der Vizebürgermeister weiter: "Das liefe eventuell auf eine Herabstufung zur Gemeindestraße hinaus, und das kann nicht unser Ziel sein." Das Lastlimit war von Torsten Schramm (VgK) zur Diskussion gestellt worden: "Probleme gibt es auf der engen Straße vor allem mit großen Lkw."

Die Idee stieß unter anderem auch bei Dietmar Gelfert (CDU) auf Vorbehalte: "Wir müssen auch an den Lieferverkehr unserer Gewerbetreibenden denken." Sein Fraktionskollege Jürgen Götze warnte davor, dass der Lkw-Verkehr nur auf andere Straßen gedrängt werde: "Wenn die alle durch Bieberstein rollen, haben wir auch nichts gekonnt." Statt der Tonnage-Begrenzung will Bürgermeister Hubricht nun anregen, dass für den Autobahnabschnitt eine offizielle Umleitung ausgeschildert wird, die nicht über die S 195 führt: "Notfalls müssen die eben bis Freiberg reinfahren."

Für Holger Etz ist der Tempo-30-Antrag nur ein Teilerfolg: "Ich hätte mir das schon für ganz Dittmannsdorf und bis nach Reinsberg rein gewünscht." Der Gemeinderat traue sich da zu wenig, bedauerte er auch den Verzicht auf ein Lastlimit.

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