Glasarche nimmt Kurs auf Freiberg

Das Humboldt-Jahr 2019 steht in Freiberg unter der Überschrift "Zeit für Entdeckungen". Eine besondere Installation kann man demnächst auf dem Schlossplatz entdecken.

Freiberg.

Es gibt Leute - nicht nur in Sachsen -, die sehen die "Preußen" auch heute noch, wenngleich scherzhaft, als Ausländer an. Im Jahr 1791, als sich der Berliner Student Alexander von Humboldt an der Bergakademie Freiberg für ein knappes Jahr immatrikulieren ließ, um hier Bergbau- und Minenwesen zu studieren, war der preußische Adlige tatsächlich ein solcher Ausländer. Doch weder seine Herkunft noch die relativ überschaubare Dauer seines Aufenthaltes sind Gründe, Humboldt anlässlich der 250. Wiederkehr seines Geburtstages am 14.September 2019 in der Silberstadt zu gedenken.

Bereits der Neujahrsempfang von Oberbürgermeister Sven Krüger an diesem Freitag wird das Humboldt-Jahr einläuten, das in Freiberg unter dem dazu passenden Motto "Zeit für Entdeckungen" steht. Damit ist der Auftakt gemacht, dem zahlreiche Veranstaltungen wie Kolloquien, ein Festakt zum Immatrikulationsdatum, dem 14. Juni, sowie eine Bergparade am Geburtstag selbst folgen werden. Eine spannende Installation, die ab dem 28. Januar bis zum 1. April auf dem Schlossplatz zu sehen ist, wird für das Jubiläum gleich in doppelter Weise zum Symbol werden.

Dabei handelt es sich um eine Glasarche, ein gläsernes Boot, das etwa fünf Meter lang und zwei Meter breit ist und in einer überdimensionalen hölzernen Hand ruht. Damit wird einerseits der Aufbruch in dieses Jahr dargestellt, andererseits eine Brücke über die Natur zu Humboldt geschlagen.

Die Arche ist ein Projekt des Landschaftspflegevereins "Mittleres Elstertal" mit Sitz im sachsen-anhaltischen Elsteraue. Dessen heutiger Vorsitzender Rainer Helms ließ sich dazu 2006 von zwei Archen inspirieren, welche die Glaskünstler Ronald Fischer und Hubert Stern in der bayerisch-böhmischen Grenzregion schufen und dort auf die Reise schickten. Helms wollte so etwas für Mitteldeutschland ins Leben rufen. Zehn Jahre dauerte es damit noch, doch seit 2016 ist die dritte Glasarche nun unterwegs, machte Station unter anderem in Zeitz, der Kaiserpfalz Memleben, Naumburg, Altenburg, Wittenberg und Katowice. Derzeit steht sie noch in Görlitz. "Entlang an insgesamt 20 sorgsam ausgewählten Stationen soll die Arche den Menschen die Zerbrechlichkeit der Natur bewusst machen", erklärt Reiner Eckel vom Landschaftspflegeverband die Intention des Projektes. "Die Begegnung der Botschaft der Glasarche 3 zur Bewahrung der Schöpfung mit Humboldt liegt aus zwei Gründen nahe: Der 250. Geburtstag des Gelehrten und die Tatsache, dass Humboldt uns als Natur- und Weltenforscher Bedeutsames hinterlassen hat."

Mit der Glasarche soll vor allem Neugier erzeugt werden, sagt Professor Jörg Matschullat von der TU Bergakademie. "Humboldt lebte an der zeitlichen Schnittstelle des Übergangs von Holz zur Kohle als Antriebsmittel, auch auf Schiffen", erklärt er. Man freue sich, dass die Stadt den Schlossplatz für diese Installation zur Verfügung stellt.

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