Großbaustelle Johannisbad

Das 1,1-Millionen-Euro-Projekt unter der Glaskuppel hat es in sich: Wegen der Hitze müssen die Arbeiter zusätzliche Pausen einlegen. Trotzdem soll am 3. September alles wieder eröffnen.

Freiberg.

Megaprojekt Johannisbad: Wo sich sonst Badelustige tummeln, schwitzen derzeit bei mitunter fast 50 Grad bis zu 20 Metallbauer, Fliesenleger, Trockenbauer und andere Arbeiter. Denn das Freiberger Hallenbad erlebt eine umfangreiche Instandsetzung und Modernisierung. Rund 1,1 Millionen Euro werden laut Stadtwerkechef Axel Schneegans, der auch Geschäftsführer der Freiberger Bäderbetriebsgesellschaft ist, in das 2002 eröffnete Bad investiert. Sechs Wochen lang haben die Bauleute das Sagen, am 3.September soll das Hallenbad wieder öffnen. Das Freibad hingegen ist auch während der Arbeiten geöffnet. "Freie Presse" hat sich auf der Baustelle umgesehen.

Der Stadtwerkechef steht mitten im Hallenbad, unter dessen halbrunder Glaskuppel sich stickig-schwüle Luft sammelt - wie in einem Treibhaus. Darunter ist eine Großbaustelle. Kaum vorstellbar, wie die Arbeiten in drei Wochen abgeschlossen sein sollen. Schneegans zeigt sich zuversichtlich: "Wir liegen im Plan." Und das, obwohl Arbeiter wegen der Hitze zusätzliche Pausen einlegen müssen, um keine gesundheitlichen Schäden zu riskieren.

Die beigefarbenen Fliesen im unteren Bereich sind fast alle schon herausgerissen. Sie sollen durch neue Fliesen in ähnlicher Farbe ersetzt werden, wobei die Fugen schmaler als bisher gezogen werden - damit das Bad sich künftig leichter reinigen lässt. "Die 16Jahre alten Fliesen hatten keine Rutschhemmung. Teils waren sie lädiert", so Schneegans. Zudem sind einige Schäden am Unterboden erkennbar. Auch die Einfassung des Schwimmbeckens samt der Wasserrinne ist abgerissen, sie wird ebenfalls neu gestaltet. Die Fliesen im Becken hingegen bleiben, und der Boden des Beckens war erst vor einigen Jahren erneuert worden.

Axel Schneegans zeigt auf einen Dachbinder in der Mitte der Kuppel, gleich neben der Rutsche: "An dem Holzbalken war ein Feuchtigkeitsschaden. Er musste saniert werden." Die Statik sei aber zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen.

Aus den Sanitärbereichen dröhnen Hammer- und Bohrgeräusche. Die Damen- und Herrenduschen, auch die Toiletten sind nicht wiederzuerkennen. Die Wände wurden herausgerissen, die Grundrisse werden neu gestaltet. Neu ist auch der Zugang - er wird einfacher. Künftig geht es nicht mehr von den Umkleiden aus durch die Flügeltür in die Schwimmhalle und von dort in die Duschen/WC. Vielmehr gelangen Besucher zunächst zu den Duschen und von dort ins Bad. Also so, wie es in den meisten Bädern üblich ist.

Eine Leserin der "Freien Presse" hatte bemängelt, dass die Duschen oft nicht richtig warm sind. Schneegans ist das nicht neu. Er verspricht: "Die Sanitärinstallationen werden erneuert. Dann löst sich das Problem von allein." Die Lüftung werde ebenso ausgewechselt und zugleich verbessert. Auch den Wunsch nach mehr Kursen - Aquafitness und Co. sind oft schnell ausgebucht - kennt er. "Da sehe ich aber keine Möglichkeiten zur Abhilfe", sagt Schneegans und verweist auf die "Konkurrenz zwischen Schulschwimmen, Sportlern und Badegästen".

Die Frage, ob nach der Millioneninvestition die Eintrittspreise angehoben werden, quittiert Schneegans mit einem Kopfschütteln: "Nach Wiedereröffnung ist das erstmal nicht geplant. Aber für die Zukunft schließe ich es nicht aus."


Hallenbäder in Mittelsachsen

Neben dem Johannisbad in Freiberg gibt es im Landkreis Mittelsachsen noch große Hallenbäder in Burgstädt (Sportzentrum am Taurastein), Hainichen (an der Pflaumenallee) und Döbeln (Stadtbad).

Am 14. Juni 2002 ist das Freiberger Johannisbad eröffnet worden. Die Baukosten beliefen sich auf reichlich 15 Millionen Euro. Die Saunalandschaft wurde 2013 neu gestaltet.

Die Investitionen betrugen rund

1,1 Millionen Euro. (hh)

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