Handel schneidet bei Umfrage gut ab

Im Fragebogen zur Gemeindeentwicklung haben Einwohner Vorschläge gemacht, Stärken und Schwächen benannt. Teil 1: Großhartmannsdorf.

Großhartmannsdorf.

Der spannendste Part einer Bürgerbefragung ist der, in dem die Teilnehmer selbst formulieren, was sie gut oder eben nicht gut finden. Bei der Umfrage zur Zukunft der Gemeinde Großhartmannsdorf sind 64 Prozent der 149 Fragebögen im Ort Großhartmannsdorf ausgefüllt worden. Im jüngsten Gemeinderat wurden die Ergebnisse präsentiert. "Freie Presse" stellt die Kernpunkte Ort für Ort vor.

Das stärkste Argument für den Ort Großhartmannsdorf sind die Einkaufsmöglichkeiten. 2014 im Gemeinderat noch umstritten, öffnete 2017 der Discounter Norma seine Türen. 43 Mal wurde das in den Fragebögen positiv hervorgehoben. Als zweites punktet der Ort mit dem Badeteich (34 Mal), der "als Touristenmagnet" unbedingt erhalten bleiben soll. Zudem bewerten die Teilnehmer die medizinische Versorgung - Ärzte, Apotheke, Physiotherapie - als sehr gut (21). Auch der zentral gelegene Kindergarten (16) und das Mayoratsgut (11) zählen den Angaben zufolge zu den Stärken. Als Schwachpunkte nennen die Teilnehmer vor allem zwei Aspekte: viel Verkehr auf der B 101 und damit verbunden eine hohe Lärm- und Abgasbelastung (5) sowie der Gestank nach Stall und Gülle sowie Traktorenlärm durch die Agrargenossenschaft (5).

Was Großhartmannsdorf besser machen soll, dazu zählt der Ausbau des Wander- und Radwegenetzes mit Anbindung nach Mulda, Müdisdorf und Brand-Erbisdorf. Das Thema brennt den Einwohnern unter den Nägeln; es taucht in der Befragung an mehreren Stellen auf. Zudem wünschen einige Teilnehmer einen Fußweg entlang der Muldaer Straße (7), eine Ampel oder einen Fußgängerübergang über die Bundesstraße in Höhe des Supermarktes (5) sowie die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED und dass das Licht auch nachts angeschaltet bleibt (5). In puncto Umwelt schlagen einige Teilnehmer vor, dass das Ausbringen von Gülle eingeschränkt werden sollte (6). Weitere Wünsche und Anregungen sind: am Badeteich einen Parkautomaten aufzubauen (5), eine bessere Internetleitung zu verlegen (4), Spielplätze zu verbessern (3), die Turnhalle in Großhartmannsdorf zu sanieren (3) und Behältnisse zum Entsorgen von Hundekot aufzustellen (3).

Inwiefern die Vorschläge umsetzbar, machbar und bezahlbar sind, das soll demnächst in drei Arbeitsgruppen erörtert werden. Bürger können sich melden und mitdiskutieren. In der nächsten Gemeinderatssitzung am 25. März, ab 19 Uhr im Rathaus wird festgelegt, wer in welcher Arbeitsgruppe mitarbeiten kann: 1. Wohnen und Städtebau, 2.Wirtschaft, Tourismus und Mobilität, 3. Bildung, Sport, Soziales und Kultur. Zehn bis zwölf Mitglieder sollten es pro Gruppe sein.


Konzept im Oktober fertig

79 der Fragebögen wurden handschriftlich, 70 online ausgefüllt. Die Ergebnisse, die aus den Arbeitsgruppen heraus entstehen, sollen in einer oder in zwei Einwohnerversammlungen vorgestellt werden. Spätestens im Oktober soll das Gesamtkonzept fertig sein und vom Gemeinderat beschlossen werden. Es dient unter anderem als Grundlage zur Beantragung von Fördermitteln. (cor)

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