Hotelbetrieb kontra Brückenbau

An den Landrat, die Dehoga und notfalls an den Landesvater will sich ein Hotelchef wenden. Denn die Sanierung der Bogenbrücke in Friedebach hat noch nicht begonnen, da ist der Ärger schon groß. Im Visier: die Umleitung.

Sayda/Friedebach.

Schon im September könnte es soweit sein: Diesen Termin für die Sanierung der Brücke an der Kreuztannenstraße in Friedebach peilen die Saydaer jetzt an. Etwa 50.000 Euro hat der Stadtrat mit dem Haushalt eingeplant, damit das Bauwerk eine neue Oberfläche erhält. Das ist dringend nötig, heißt es von Bürgermeister Volker Krönert (CDU). Doch es gibt Ärger, denn die mit dem Brückenbau verbundene Umleitung ist aus Sicht des Waldhotels "Kreuztanne" am Ortsrand von Friedebach nicht zumutbar.

Die Cämmerswalder Straße - die Kreisstraße 7736 - ist seit mehr als 30 Jahren für den motorisierten Verkehr gesperrt und vom Zustand her überhaupt nur in Richtung Cämmerswalde nutzbar, in Richtung Sayda haben es auf dem ausgefahrenen Weg selbst Geländefahrzeuge schwer. Der Abschnitt vom Hotel "Kreuztanne" in Richtung Cämmerswalde - ein geschotterter Teil - soll nun für die Brückenbauzeit zur Umleitung werden. Laut Krönert ist dies bei einem Vor-Ort-Termin mit der Kreisbehörde geprüft und festgelegt worden. "Die Stadt muss für diese Zeit die Verkehrssicherung des Abschnitts übernehmen", so der Bürgermeister. An einigen Bäumen seien Äste zu entfernen, prinzipiell aber sei diese Straße die einzige Möglichkeit für eine Zufahrt zum Hotel.

"Für die Oberflächensanierung der Brücke in Friedebach gehen wir von zwei bis acht Wochen aus", schätzt Krönert ein. Erforderlich sei dies, denn die Fahrbahn der Natursteinbrücke, Baujahr 1850, sei verschlissen. Das Bauwerk muss gesichert und abgedichtet werden, die Übergänge zur Straße müssen instand gesetzt und eine neue Oberfläche aufgebracht werden. Obwohl die Brücke nur für 15 Tonnen Tragkraft ausgelegt ist, fahren auch Bauern mit ihren Traktoren drüber auf die Felder. Zudem wird sie trotz Verbots von schweren Holztransportern befahren. Diese illegale Nutzung hatten auch Stadträte moniert.

In seiner jüngsten Sitzung hat der Stadtrat den Brückenbau erneut thematisiert. Die Aufträge sollen nun vergeben werden, danach würden mit dem Bauunternehmen alle Fragen besprochen, auch der Termin. "Wir rechnen Mitte September mit dem Beginn und wollen noch vor dem Winter fertig sein", sagt Krönert: "Die Weichen sind so ziemlich gestellt, alle müssen sich arrangieren. Ziel ist eine geordnete Zufahrt für die Gäste des Waldhotels."

Das aber sieht Hotelchef Olaf Thomann ganz anders: "Diese Umleitung kann ich den Hotelgästen, die mit teuren Autos kommen, nicht zumuten. Die Umleitung ist unakzeptabel", macht der Leiter des Vier-Sterne-Hotels seinem Ärger Luft. Er habe deshalb auch länger mit dem Bürgermeister gesprochen. Eine befriedigende Lösung aber gibt es laut Thomann nicht. "September und Oktober sind unsere umsatzstärksten Monate. Gerade da soll gebaut werden. Uns bleiben die Hotel- und auch die Tagesgäste weg, wenn das so kommt", vermutet er.

Wegen der durch Corona bedingten Schließung im Frühjahr hat das Hotel laut Thomann 300.000 Euro Einbußen und sei gerade dabei, sich etwas aufzurappeln. 35 Arbeitskräfte müssten bezahlt werden. "Ich habe vorgeschlagen, die Brücke im März zu bauen, da ist unsere Schließzeit", sagt Thomann. Das aber sei bei Frost nicht möglich, wegen des nötigen Tiefbaus bei der Brückensanierung, habe er erfahren. Bürgermeister Krönert bestätigt das.

Thomann will sich nun an den Hotel- und Gaststättenverband Dehoga, an Mittelsachsens Landrat und wenn nötig auch an den Ministerpräsidenten wenden. "Wie soll ich den Gästen 1,50 Euro Kurtaxe pro Tag abverlangen, wenn sie einen solchen Zustand in Kauf nehmen müssen?", fragt der Hotelchef. Und er spricht noch ein Thema an: Während der Umleitungszeit verfüge das Hotel nur über einen Rettungsweg - nämlich diese Strecke. Zwei Rettungswege aber sind nach seinen Worten gefordert.

Thomann: "Will man während der Bauzeit dann auch das Hotel schließen, wenn wir die Auflage nicht erfüllen können?"

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