"Ich trage Freiberg auch mit hinaus in die Welt"

Domkantor Albrecht Koch über die Höhepunkte des zurückliegenden Jahres, den Advent und seine Welttournee

Freiberg.

Mit herausragenden Weihnachtskonzerten schließt Domkantor Albrecht Koch eine außergewöhnliche Saison. Im Gespräch mit Esther Sarah Wolf gibt er Ein- und Ausblicke.

Freie Presse: Herr Koch, wie schätzen Sie dieses Konzertjahr ein?

Albrecht Koch: Es gab viele Höhepunkte, von Bachs Johannespassion im März bis hin zu vielen hervorragenden Abendmusiken mit Künstlern aus der ganzen Welt. Die Aufführung des Elias von Felix Mendelssohn Bartholdy im September ragt heraus, vor allem ob der fantastischen Leistung des Chores!

Wie waren die Veranstaltungen bisher besucht?

Wir haben ein wenig mit ausbleibenden Gästen von außerhalb zu kämpfen gehabt, vor allem in den Abendmusiken. Dennoch bin ich unterm Strich zufrieden. Wir leben natürlich in starkem Maße vom Tourismus. Dennoch vergessen die Freiberger manchmal, was für ein Schatz beispielsweise die Silbermann-Orgeln im Dom und die Abendmusiken sind. Für dieses Bewusstsein hier in der Stadt wollen wir auch im kommenden Jahr verstärkt werben.

Sie haben die Stadt und den Dom 2016 viel im Ausland repräsentiert...

Ich war dieses Jahr sehr viel mehr als sonst im Ausland zu Konzerten, unter anderem zu Festivals in Portugal, Monaco oder Polen. Für mich persönlich sind diese Einladungen natürlich schön. Gleichzeitig trage ich Freiberg auch mit hinaus in die Welt und versuche, Neugier zu wecken. In Funchal saß ich mit einem Ehepaar beim Frühstück. Dann sprachen wir über Freiberg und es stellte sich heraus, dass die Frau vor vielen Jahrzehnten an der Bergakademie studiert hat. Solche Geschichten finde ich wunderbar.

Was hat Sie an den Konzerten im Ausland besonders begeistert?

Der Kontakt zum Publikum. Besonders in Südeuropa, wo die Konzerte oft erst sehr spät beginnen, ist das Publikum besonders zu begeistern. Das sind Dinge, die man hier in Deutschland so nicht erlebt. Und der Austausch mit den Kollegen und Menschen überhaupt vor Ort bereichert sehr.

Was erwartet Besucher zur Weihnachtszeit im Dom?

Viel Musik, Gottesdienste, Momente zum Innehalten und Staunen. Zunächst führen wir mit dem Domchor und den Dresdner Kapellsolisten am morgigen Samstag das Weihnachtsoratorium von Bach auf. Dies ist seit Jahrzehnten so beliebt, dass es zwei Konzerte gibt, die auch meist ausverkauft sind. Die Kombination von Domkonzert, Bergparade und Christmarkt lockt am Samstag vor dem 2. Advent wahnsinnig viele Menschen nach Freiberg. Daher kommen viele Besucher auch von auswärts.

Auch das Orgelkonzert im Kerzenschein findet großen Anklang....

Ja. Als ich es vor sechs Jahren erstmalig angeboten habe, hätte ich nicht von so einem Erfolg zu träumen gewagt. Der von Kerzen erleuchtete Dom bietet eine herrliche Atmosphäre, in der man gut die Seele baumeln lassen kann. Die Nachfrage ist so groß, dass wir zusätzlich seit vergangenem Jahr noch Dom & Klang im Kerzenschein anbieten, in diesem Jahr noch einmal am 15. Dezember um 17 Uhr.

Das Konzert am 10. Dezember wird erstmals vom MDR aufgezeichnet und europaweit gesendet...

Darüber freue ich mich sehr. Es ist für die Stadt und den Dom eine super Werbung. Das weihnachtliche Orgelkonzert wird als deutscher Beitrag zum traditionellen "Christmas Day" der Europäischen Rundfunkunion am 4. Adventssonntag, 20 Uhr ausgestrahlt. Eine bessere Sendezeit können wir gar nicht haben.

Worauf freuen Sie sich im Dezember besonders?

Ich genieße die Zeit so gut wie möglich, da ich ein Weihnachtsmensch bin. Räuchermänner, Schnee, Glühwein auf dem Christmarkt. All das gehört für mich dazu. Und Freiberg ist eine klingende Weihnachtsstadt, nicht nur auf den Dom bezogen. Ich glaube, bei uns ist für jeden etwas dabei. Die Veranstaltungen reichen von klassisch bis romantisch.

Freikarten Für das Konzert "Deutsch-französische Weihnacht" am 17. Dezember, 17 Uhr, verlost die Freie Presse 3 x 2 Freikarten. Interessenten müssten dafür am Montag, dem 5. Dezember, zwischen 13 und 13.10 Uhr unter der Nummer 03731 37614195 anrufen. Die Gewinner werden unter allen Anrufern ausgelost.

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