Im Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg tut sich was

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Eigentlich sollte das Freiberger Stadt- und Bergbaumuseum am 1. März für Modernisierungsarbeiten schließen. Jetzt rüstet das Personal für eine befristete Wiedereröffnung.

Freiberg.

Im für die Öffentlichkeit coronabedingt geschlossenen Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg wird tatkräftig zugepackt. Doch statt wie geplant vor allem die zum 1. März 2021 anberaumte Schließzeit des Objektes vorzubereiten, rüstet das zwölfköpfige Team um Museumsleiterin Andrea Riedel vorerst für eine befristete Wiedereröffnung des Hauses. "Ursprünglich wollten wir uns zum 28. Februar 2021 von unseren Besuchern mit dem Finale der Sonderschau ,Vom Gnadengroschen zur Rentenformel' verabschieden und die längst avisierten Modernisierungsarbeiten im Haus beginnen. Im Zuge des Lockdowns reifte aber bei uns mit Verantwortlichen der Stadtverwaltung die Überlegung, noch einmal einen kurzen Zeitraum die Türen zu öffnen", so Andrea Riedel. Insofern nutzten die wissenschaftlichen und technischen Mitarbeiter die zurückliegenden Wochen, sich sowohl für den Umbau zu wappnen, aber zugleich auch weiterhin Pflege- und Servicearbeiten durchzuführen.

"Einen Öffnungstermin legen wir in Abhängigkeit von den zu erwartenden Regelungen der Bundes- beziehungsweise Landesregierung fest. Angesicht erhoffter Lockerungen liebäugeln wir mit dem 1. März. Wir würden dann das Museum bis 11. April wiedereröffnen", setzt die Museumschefin auf die schrittweise Wiederbelebung sozialen Lebens.

Zu den Argumenten ihrer Planung zählt, dass die Einrichtung letztmals am 2. November 2020 Besucher empfangen hatte. "Unsere mit viel Engagement und hochkarätigen Exponaten organisierte Sonderschau ist ins Hintertreffen gelangt, Gäste hatten durch die pandemiebedingte Schließzeit viel zu wenig Gelegenheit, diesen sehenswerten Beitrag zu besuchen. Wir wollen mit der befristeten Wiederöffnung die Gelegenheit geben, diese Exposition doch noch zu besuchen. Auch beabsichtigen wir, jene um die Schau organisierten, aber abgesagten Angebote wie die Finissage nachzuholen", so Andrea Riedel.

Sie verweist auf einen weiteren wichtigen Aspekt: "Bekanntlich wurden die Winterferien in Sachsen vorgezogen und verkürzt und die zweite Woche in den Zeitraum vom 29. März bis 3. April verschoben. Wir könnten so Ferienangebote für Schüler und Familien unterbreiten." Gerade die vom Museum vorbereiteten Osterüberraschungen für Kinder waren in den zurückliegenden Jahren beliebt. "Angesichts unseres bestätigten Hygienekonzepts und gewonnener Erfahrungen im Umgang mit der Pandemie sehe ich uns gerüstet, diese Angebote mit Verantwortungsbewusstsein unterbreiten zu können", so die Museumschefin.

Andrea Riedel berichtet, dass die Mitarbeiter unter Maßgabe der Hygieneregeln die vergangenen Wochen ohne Publikum für Tätigkeiten genutzt haben, die mitunter im Tagesgeschäft weniger kontinuierlich ausgeführt werden können. "Respekt verdient die Entscheidung der Stadt, nicht auf Kurzarbeiter-Reglungen zu setzen. So nutzen einige Mitarbeiterinnen beispielsweise die Tage im Homeoffice, Exponate erstmals mit speziellen, von ihnen selbst genähten Abdeckungen zu versehen." Eine ehrgeizige Aufgabe ist es derzeit auch, 6000 Diapositive und Kleinformatbilder zu sichten und zu ordnen. "Diese wurden unserer Fotothek testamentarisch übereignet. Jetzt gilt es, dazu Beschreibungen anzufertigen und auch Bildermaße zu erfassen."

Als weiteres Tagwerk gilt derzeit die Vorbereitung der kommenden Dauerausstellung, die im neuen Ergänzungsbau während der Bauphase im Haupthaus gezeigt werden soll. "Diese wird den Titel "Fein(e)Mechanik aus Freiberg, 250 Jahre Präzisionsmechanik" tragen. Genauso werden die Objekte der neuen, ab 2022 gezeigten Dauerausstellung ins Auge gefasst. "Die zu 80 Prozent aus unseren Depots kommenden Exponate werden geprüft, ihre Maße für die Ausstellung abgenommen und an deren Beschreibungen gearbeitet", erklärt die Gastgeberin. Und auch der anstehenden Beräumung des Haupthauses gilt die Aufmerksamkeit. "Da werden die Exponate etwa hinsichtlich ihrer Inventarnummer gecheckt, bevor sie ausgeräumt werden. Es gilt, deren Gewicht für die Lagerung und deren Maße zu ermitteln. Außerdem nutzen wir die Gelegenheit, einmal alle Objekte zu fotografieren und sie in einer Bilddatenbank zu erfassen."

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