Junger Mann wegen schwerer Tat vor Gericht

Heute 23-Jähriger soll 2014 eine 16-Jährige vergewaltigt haben

Freiberg/Flöha.

Vor einem Jugend-Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Irina Pietzko hat der Prozess gegen einen jetzt 23-jährigen Mann begonnen. Die Staatsanwaltschaft Chemnitz wirft ihm vor, im Juli 2014 eine junge Frau vergewaltigt zu haben. An einem nicht mehr genau feststellbaren Tag habe er sich nach WhatsApp- und Facebook-Kontakt erstmals mit der damals 16-Jährigen am Flöhaer Bahnhof getroffen. Von dort aus seien sie gemeinsam zu einem etwa einen Kilometer entfernten Waldstück gegangen. Er habe sie dann zu Boden gedrückt, ihr Hose und Slip ausgezogen und sich nackt auf sie gelegt. Um ihren Widerstand zu verhindern, habe er ihre Hände fest- und ihren Mund zugehalten.

Wenn sie schreie, passiere etwas, soll er laut Anklageschrift zu ihr gesagt haben. Der Angeklagte, der aus nicht öffentlich gemachten Gründen unter Betreuung steht, behauptete, sie nicht zu Boden gedrückt, nicht ausgezogen und nicht ihren Mund zugehalten zu haben. Er habe nicht bemerkt, dass ihr die ganze Sache unangenehm sein könnte. An bestimmte Details könne er sich nicht mehr erinnern. So wisse er nicht mehr, ob er sie, wie ihm vorgeworfen wurde, nach dem Vorfall liegen gelassen habe.


Weitere Treffen mit ihr seien danach nicht erfolgt. Sie hätten sich lediglich noch kurz geschrieben. Schließlich habe sie ihm mitgeteilt, dass sie die Beziehung abbrechen werde, weil sie Angst vor ihm habe. Sie sei weder eine Schlampe noch eine Hure und wolle sich nicht weiter von ihm benutzen lassen. Zu diesen Punkten, die nach Ansicht der beteiligten Juristen eine Reaktion auf von ihm ausgesprochene Beleidigungen sein könnten, äußerte sich der Angeklagte nicht. Das Gericht hörte mehrere Zeuginnen, denen die Geschädigte bekannt ist. Diese habe ihnen etwa zwei Jahre nach der Tat von den Geschehnissen erzählt, sich aber aus Furcht vor dem Mann nicht der Polizei anvertrauen wollen. Weil die Geschädigte sich in Urlaub befindet, ihre Aussage aber für den Ausgang des Prozesses entscheidend sein kann, musste die Hauptverhandlung unterbrochen werden. Sie wird am 3.September fortgesetzt.

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