Keine Kurse - Kreatives entsteht trotzdem

Die Ruhe in der Volkskunstschule Oederan trügt. Die Mitarbeiter um Leiter Rolf Büttner treffen bereits Vorbereitungen für den Neustart.

Oederan.

Rolf Büttner will sich von der derzeit angespannten Corona-Situation nicht entmutigen lassen. "Wir haben auch Anfang dieses Jahres keine Zeit für trübe Gedanken", sagt der Leiter der Volkskunstschule Oederan. Natürlich wäre es ihm lieber, wenn jetzt wie gewöhnlich in den Zimmern und Gängen des Spitals, in dem die Einrichtung seit 1992 ihr Domizil hat, kreative Unruhe herrschen würde. Doch den Auflagen entsprechend dürfen aktuell keine Kurse stattfinden. "Wir haben im Moment wegen der Coronapandemie noch keine Gewissheit, was dieses Jahr wieder möglich sein wird. Untätig sind wir deshalb allerdings nicht", sagt der 52-Jährige.

Büttner ist seit 2002 Chef des Hauses an der Freiberger Straße. Gelernt hat er Maler und Lackierer, später studierte er an der Bauhaus-Universität Weimar Design. In diesen Tagen ist er mit seinem Team damit beschäftigt, eine Exposition zusammenzustellen, die ab Februar im Rathaus Oederan zu sehen sein wird. "Wir wollen in dieser Ausstellung Arbeiten vorstellen, die von unseren Kursleitern stammen. Neben Malereien werden auch Grafiken und Skulpturen gezeigt. Es handelt sich dabei sowohl um Originale als auch um Reproduktionen, die nicht Bestandteil der Kursarbeit waren, sondern in den Privatwerkstätten der Kursleiter entstanden", verspricht Büttner eine gewisse Vielfalt und Exklusivität.

Das Team der Volkskunstschule Oederan beschäftigt sich aber nicht nur mit der Vorbereitung der Ausstellung im Rathaus. Auch ein Kursangebot, das zusätzlich zum bestehen Lehrgangsprogramm erstellt wird, ist in Arbeit. "Wir haben damit angefangen, einen Projektkatalog zu erstellen, der speziell für Kindertageseinrichtungen und Schulen gedacht ist", erklärt Rolf Büttner. Im Katalog enthalten seien Angebote und damit verbundene Kosten. "Wir nehmen dabei auch Rücksicht auf die verschiedenen Altersklassen. Es ist zum Beispiel ein großer Unterschied, ob ein Grundschüler mit dem Schnitzen beginnt oder ein Zehntklässler", erläutert der Chef. Der Katalog soll als Grundlage dienen, um im Austausch mit den Bildungseinrichtungen das Richtige für die Kinder zu finden. "Wir wollen dieses Angebot griffbereit haben, wenn die Schulen wieder in einen regulären Betrieb einsteigen", erklärt Büttner, der einst selbst Kurse an der Volkskunstschule Oederan besuchte.

Auf seinem Schreibtisch liegen zudem derzeit auch die Unterlagen für die weitere Vorbereitung der Perspektiva. Dabei handelt es sich um eine Ausstellung, in der die digitale Fotografie im Fokus steht und der öffentliche Raum der Stadt Oederan zur Ausstellungsfläche wird. Diese Idee wurde schon ein ganzes Stück vorangetrieben, aber es gibt auch noch viel zu tun. "Derzeit sind wir damit beschäftigt, ein Workshop-Programm zu erstellen. Darin sollen zum Beispiel Techniken der digitalen Fotografie erklärt, aber auch rechtliche Fragen beleuchtet werden. Wir möchten insbesondere junge Leute zum Beispiel dafür sensibilisieren, kritisch mit der Veröffentlichung von Bildern in den sozialen Netzwerken umzugehen" , sagt Büttner. Allerdings sei die Perspektiva nicht nur ein Projekt der Volkskunstschule. Ebenfalls im Boot sind der Gewerbeverein und die Stadtverwaltung Oederan.

Kontakt: Volkskunstschule im Spital, Freiberger Straße 29, 09569 Oederan; Telefon: 037292 5070, Telefax: 037292 50725; E-Mail: oederan@volkskunstschule.de www.volkskunstschule.de

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