Kinder-Orgelführer ist zurück

Acht Jahre sind vergangen, seit ein gemeinsames Projekt von Ohainschule und Silbermann-Gesellschaft begonnen wurde. Jetzt hat sich ein Kreis geschlossen.

Freiberg.

Für Sylke Gieß und Kathrin Philipp hat sich in diesen Tagen ein Kreis geschlossen, wie sie selber sagen. Vor acht Jahren hatten die beiden Lehrerinnen an der Oberschule "Gottfried Pabst von Ohain" in Freiberg gemeinsam mit Sechstklässlern das Projekt eines Kinder-Orgelführers entwickelt und zusammen mit der Gottfried-Silbermann-Gesellschaft in die Tat umgesetzt.

Das Heft, welches nicht nur viel Wissenswertes zu den berühmten Orgeln und dem Leben ihres Erbauers, sondern auch Spiele, Rätsel und Aufgaben enthält, ist mittlerweile zu einem echten Erfolg bei den jüngeren Besuchern von Dom und Kirchen Freibergs geworden. Doch erst jetzt konnten die Ohainschüler selbst einmal ganz offiziell im Unterricht damit arbeiten.

"Damit kommt das Heft wieder an den Ort zurück, an dem es entstanden ist", freut sich Sylke Gieß. Wieder sind es die sechsten Klassen, die damit zu tun haben, und zwar im Zusammenhang mit einem neuen Orgelprojekt. "Die neue Generation ist richtig stolz auf das, was vor acht Jahren von ihren Vorgängern gemacht wurde", fügt Kathrin Philipp hinzu.

Anlass dafür ist dieses Mal der 30. Geburtstag der Gottfried-Silbermann-Gesellschaft. Diese hatte Schülerinnen und Schüler eingeladen, am vergangenen Freitagvormittag im Dom ein Orgel-Film-Programm, gestaltet von zwei britischen Musikern, zu erleben. Kurzfristig gab es aber eine coronabedingte Umstellung, denn die beiden Briten kamen nicht von ihrer Insel herunter.

Gemeinsam mit einem Schauspieler spielte Domorganist Albrecht Koch, zugleich Präsident der Silbermann-Gesellschaft, Sergej Prokofjews "Peter und der Wolf", was die Kinder überaus beeindruckte. "Ich fand das richtig cool", sagt etwa Felix. "Auch die Orgel mal aus der Nähe zu sehen, war toll", fügt er an. Bereits im Dom lösten die Schüler Aufgaben aus dem Orgelführer, bevor sie dann, wieder in der Oberschule, auf Englisch einen Bericht darüber verfassten, was sie gesehen und erlebt hatten. Schön wäre es, so Lehrerin Kathrin Philipp, könnte man den Kinder-Orgelführer an der Schule fortführen. "Wir sind so weit, auch eigene Geschichten hinzuzufügen", meint sie.

Beim Festakt aus Anlass des 30-jährigen Bestehens der Ohain-schule am heutigen Mittwoch werde man mit einer Performance die Funktionsweisen von Orgeln darstellen. Das habe die Schule schon vor acht Jahren einmal gemacht, insofern ist das wieder ein Stück, welches den Kreis schließt.

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