Kleiner August macht Lust auf mehr

Das Clownsmärchen hat gestern die Freiberger Sommernächte eröffnet. Die Zuschauer erlebten so manche Überraschung.

Freiberg.

Clown August schreckt zurück: Die Puppe Lulu ist lebendig geworden! Dem siebenjährigen Linus aus Großschirma bleibt vor Erstaunen der Mund offen stehen. Dann hält es ihn nicht mehr in seinem Klappsitz. Der Erstklässler verfolgt das Geschehen auf der Bühne im Stehen weiter. Nach zwei Minuten kann Linus sich beruhigt hinsetzen. Die Puppe hat sich wirklich in eine echte Frau (Anna Bittner) verwandelt. Doch im Clownsmärchen "Der Kleine August" von Pavel Kohout, das gestern Vormittag die Freiberger Sommernächte eröffnet hat, warten noch viele Überraschungen.

Der Schlossplatz verwandelt sich in der Inszenierung von Schauspieldirektorin Annett Wöhlert in eine Zirkusmanege. Das Stück für alle ab 5 Jahre war im vorigen Sommer bereits auf dem Vorplatz der Seebühne Kriebstein zu sehen.

Nicht nur Linus fiebert mit dem kleinen August mit, der die weißen Lizzipaner, gemeint sind Lipizzaner, frisieren will. Er will natürlich die Pferde dressieren - und dafür muss er drei Aufgaben lösen. Ralph Sählbrandt verkörpert die Titelfigur als liebenswerten, nie verzagenden Trottel. Mitunter zum Schreien komisch. Und immer wieder gelingt es den Theater- pardon Zirkusleuten, die Zuschauer einzubeziehen. Sei es bei der Suche nach einer Pfeife oder beim Artistik-Programm. Zu letzterem stürmen die Mädchen und Jungen nach vorn. Regisseurin Wöhlert zückt ihr Handy und dreht ein Video. Nach der Vorstellung zeigt sie sich zufrieden: "Es war sehr schön." Auf dem Schlossplatz könne der Teil hinter der eigentlichen Bühne für parallele Szenen genutzt werden. "Wie bei Fellini", so Wöhlert. Auch Linus erspähte die Lipizzaner (gespielt von der Gruppe Las Fuegas, auf Stelzen) schon vor ihrem bezaubernden Auftritt in der Manege.

Seine Lehrerin Gitta Krug von der Grundschule "Friedrich Kaden" in Großschirma hat bereits eine August-Aufführung in Kriebstein gesehen: "In Freiberg gefällt es mir etwas besser, die Schauspieler sind näher an den Kindern. Auf jeden Fall ist es super." Begeistert ist auch Schauspielerin Farina-Liza Tollewski, die das Stück nach der Pause mit ihrem achtmonatigen Sohn Leo auf dem Arm verfolgte. "Gestern haben wir den ersten Teil gesehen. Und Leo hat gesagt, dass es ihm gefallen hat", sagt sie lachend. Ein Dreikäsehoch fragt nach der Vorstellung: "Gehen wir noch einmal hin?". Als er ein "Ach bitte!" hinzu fügt, nickt seine Oma.

Für die Vorstellungen heute, 10 Uhr, am Sonntag, 16 Uhr und am Montag, 10 Uhr auf dem Schlossplatz in Freiberg gibt es noch Karten. Die Vorstellung am Samstag fällt aus. Tickets für 17 bzw. 12 Euro (ermäßigt) sind in den Freie-Presse-Shops erhältlich. Weitere Vorstellungen auf der Seebühne in Kriebstein am 18. und 19. August, jeweils 17 Uhr.

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