Kraftakt für den Oberschulanbau

Die Bildungseinrichtung in Halsbrücke wird für rund 4,5 Millionen Euro erweitert. Bis Oktober 2020 soll alles fertig sein.

Halsbrücke.

Die Oberschule Halsbrücke lasse ihn einfach nicht los - so kommentierte Erik Lützner am Dienstagvormittag den symbolischen ersten Spatenstich für den Erweiterungsbau der Bildungseinrichtung. Der 31-Jährige hatte bei dem Festakt zwar selbst keinen Spaten in der Hand, dafür werden unter seiner Führung in den nächsten 14 Monaten nicht nur viel größere Erdmassen bewegt - er ist der Bauleiter des mit insgesamt rund 4,5 Millionen Euro veranschlagten Projekts. "Ich bin hier sechs Jahre zur Schule gegangen und habe dann vor fünf Jahren auch die neue Sporthalle mitgebaut", berichtete der Fachmann von der Freiberger Firma LSTW Landschaftsgestaltung, Straßen-, Tief- und Wasserbau.

Wie Schulleiter Henning Oder feststellte, treffen sich auf der Baustelle gleich mehrere "alte Bekannte" wieder. So war beispielsweise der Lichtenberger Planer Thomas Müller ebenfalls bereits an der Turnhalle beteiligt. Als er 2006 an die Schule in Halsbrücke kam, erinnerte sich der Direktor, seien hier 277 Mädchen und Jungen unterrichtet worden: "Heute haben wir 380 Schüler und nutzen Containermodule als Klassenzimmer."


Der Anbau sei aber nicht in erster Linie dafür gedacht, so Oder weiter, noch mehr Schüler aufnehmen zu können. Vielmehr gehe es um die Qualität der Bildung: "Die Herausforderung, vor der wir stehen, ist die Inklusion." So seien auch mehrere Schüler zu betreuen, die besondere Förderung beim Lernen benötigen.

Neben einem Speiseraum entstehen in dem Anbau dafür zusätzliche Klassen- und Funktionsräume. Bürgermeister Andreas Beger (CDU) bezifferte den Eigenanteil der Gemeinde Halsbrücke an den Bau- und Ausstattungskosten auf etwa 2,7 Millionen Euro. Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) überreichte dem Rathauschef am Dienstag einen Schmuckscheck über nahezu 1,8 Millionen Euro. "Wir haben hier Bundesmittel mit Geld aus dem Landeshaushalt veredelt", erklärte der Minister; zu den rund 1,56 Millionen Euro aus der Schulhausbauförderung des Freistaats kämen 212.400 Euro aus dem Programm "Brücken in die Zukunft". Die Oberschulen seien das Rückgrat des Bildungssystems in Sachsen, erklärte Piwarz: "Wir werden die Oberschulen weiter stärken." So werde an jeder dieser Bildungseinrichtungen ein Praxisberater zur Berufsorientierung für die Schüler eingesetzt.

Torsten Hahn vom Förderverein der Oberschule freute sich am Dienstag, dass nun gebaut wird. "Es wurde höchste Zeit. Die Schule platzt aus allen Nähten", urteilte der Vorsitzende. Seiner Vorstandskollegin Annett Kröber ist hauptsächlich die qualitative Aufwertung des Unterrichts wichtig. "Es geht da vor allem um die Fachkabinette für Informatik, Kunst und Musik", sagte die Schriftführerin, die selbst Lehrerin ist. Sie hoffe, dass der Anbau wie geplant im Oktober nächsten Jahres fertig ist: "Wir werden als Verein helfen, wo wir können."

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