Kreistag: Alle Schulen in Mittelsachsen sind gesichert

Im beschlossenen Schulnetzplan sind noch Änderungen möglich

Freiberg/Großschirma.

Gute Nachricht: Die 73 Grundschulen, 29 Oberschulen, 13 Gymnasien und 14 Förderschulen in Mittelsachsen haben Bestand - trotz des erwarteten Bevölkerungsrückgangs. Das steht im neuen Schulnetzplan, den der Kreistag auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen hat. "Alle 129 allgemeinbildenden Schulen in Mittelsachsen sind damit gesichert", sagte Carmen Randhahn-Renner, die Leiterin des Referates Bildung im Landratsamt. Rund 28.200 Kinder und Jugendliche lernen an Schulen im Landkreis. Knapp 5,5 Prozent der Schüler allgemeinbildender Schulen kommen von außerhalb. Der Anteil von Mittelsachsen, die eine Bildungseinrichtung außerhalb des Kreises besuchen, ist niedriger.

Dass Anpassungen noch möglich sind, betonte der zweite Kreisbeigeordnete Jörg Höllmüller in einem Pressegespräch. Im Juli hatte der Landtag ein neues Schulgesetz beschlossen. Demnach dürfen im ländlichen Raum Oberschulen plus eingerichtet werden, die die Klassenstufe eins bis zehn umfassen. Zudem gelten Gemeinschaftsschulen als gleichberechtigte Schulart. Dazu Referatsleiterin Randhahn-Renner im Kreistag: "Diese beiden Schularten sind aber noch nicht im Schulnetzplan enthalten."

Alle mittelsächsischen Städte und Gemeinden hatten ihr Einverständnis zu dem Plan erteilt - bis auf Großschirma. Denn das in der Stadt angestrebte Pilotprojekt einer Oberschule plus spielt im neuen Schulnetzplan noch keine Rolle. Dabei hatte Großschirmas Bürgermeister Volkmar Schreiter (FDP) beim Landratsamt bereits einen Antrag auf eine Oberschule plus gestellt. In der Stadt beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe mit dem Projekt.

Die in Großschirma wohnenden Kreisräte Gunther Zschommler (CDU/RBV) und Rolf Weigand (AfD) stimmten gegen den Schulnetzplan; Volkmar Schreiter, ebenfalls Kreistagsmitglied, hatte sich für die Sitzung entschuldigt. "Es gibt ja ein klares Votum unseres Stadtrates gegen den Plan", sagte Zschommler auf Anfrage von "Freie Presse". "Es kann nicht sein, dass von einer Stärkung des ländlichen Raums gesprochen wird und die Jugend zugleich möglichst schnell in den größeren Städten integriert wird."

Um die Berufsschullandschaft, in der Veränderungen vorgesehen sind, ging es im Kreistag nicht.

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