Manager für Tourismus nicht in Sicht

Das ein Jahr alte Pilotnetzwerk im Erzgebirge hat manches angeschoben. Aus Sicht der Gemeinden gibt es erste Erfolge. Doch der wichtigste Mann fehlt noch immer.

Neuhausen.

Das Konzept dafür, wie der Tourismus in den Erzgebirgsgemeinden gemeinsam besser vermarktet werden kann, liegt seit einem Jahr vor. Ein Manager aber, der die Fäden dafür in der Hand behalten und die Arbeit koordinieren soll - so wie im Januar 2019 vereinbart - fehlt noch immer. Nun könnte dafür im Frühjahr eine Stelle ausgeschrieben werden.

Vor einem Jahr schlossen sich die Gemeinden Neuhausen, Rechenberg-Bienenmühle, Sayda, Dorfchemnitz, Seiffen, Heidersdorf und Mulda zu einem Touristischen Pilotnetzwerk zusammen. Das Ziel: Neue Wege und neue Angebote sollen helfen, mehr Interesse für die hiesige Erzgebirgsregion zu wecken - und unterm Strich mehr Gäste anlocken.

"Viel Arbeit nimmt das Projekt 8000er-Blockline in Anspruch", weist Neuhausens Bürgermeister Peter Haustein auf ein gemeinsames Vorhaben hin. Die geplante Mountainbike-Route soll den Radtourismus im Osterzgebirge in neue Sphären hieven. Für das von der EU geförderte Projekt seien noch immer zahlreiche Zuarbeiten und Abstimmungen mit den Landratsämtern sowie Genehmigungen notwendig. "Inzwischen steht die Strecke, sie ist ab Mai befahrbar. Unser Plan ist, dass die Ausschilderung im Juni folgt, Portale und Meilensteine im Sommer bereitstehen. Die Internetseite dafür soll auch noch im ersten Quartal erstellt sein", berichtet der Neuhausener Bürgermeister, der sich den Hut für das Netzwerk aufsetzte, nun ein Jahr später. Spürbar sei auch eine Zunahme an Gästen. Aber: "Genaue Zahlen liegen noch nicht vor", schränkt er ein und sagt ebenso, dass dieses Mehr vielfältige Ursachen haben könne. Die Arbeit des Tourismusverbandes Erzgebirge zählt Haustein dazu wie auch eine bessere Vermarktung der Kommunen.Intensiver geworden ist nach seinen Worten inzwischen aber die gemeindeüberschreitende Zusammenarbeit der Touristinfos, zum Beispiel bei der Zimmervermittlung.

Angeschoben wurde im vergangenen Jahr zudem eine Gästekarte für die Region. Sie bringe einen Mehrwert für Besucher in einem Rabattsystem, dem sich Händler und Gewerbetreibende aus Neuhausen, Rechenberg-Bienenmühle, Sayda und Seiffen angeschlossen hatten. Die Teilnehmer sind in einem Flyer verankert.

Rückblickend auf das erste Jahr des Netzwerkes resümiert Haustein den Berg an Arbeit, der in die Förderanträge für den Tourismusmanager und die Klassifizierung der gemeinsamen Wanderwege gesteckt wurde. "Wir haben dazu dem Landkreis viele Nachforderungen zugearbeitet. Wir rechnen damit, dass das Geld im Frühjahr bewilligt wird", sagt er. Die Förderregion Leader hat bereits grünes Licht für die Vorhaben gegeben. Das nächste Mal wollen sich die Netzwerker am 19. März treffen. Haustein: "Dann können wir hoffentlich die Stelle für den Tourismusmanager ausschreiben und eine Zertifizierung für das Kernwanderwegenetz."

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