Modelleisenbahner müssen Jubiläumsbörse verschieben

Die 50. Auflage sollte zugleich der Abschied für Club-Urgestein Jochen Winkler sein. Nun hofft man, dass die kleinen Züge im Frühjahr wieder öffentlich rollen.

Freiberg.

Ruhiger ist es geworden in den Vereinsräumen des Freiberger Modelleisenbahnclubs 1965 nahe der Chemnitzer Straße - aber nicht still. Zu normalen Zeiten treffen sich die derzeit 16 Mitglieder hier regelmäßig. Basteln, besprechen und planen. Es wird ein reger Austausch gepflegt, doch der ist momentan nicht möglich. In einem der Räume herrscht dennoch Betriebsamkeit. Mike Grohmann und Richard Braunschmidt stehen an der TT-Anlage und feilen - mit Abstand - noch an Kleinigkeiten. Die Miniatur-Eisenbahnlandschaft sollte von Mitte November an eines der Prachtstücke für die alljährliche Ausstellung des Clubs in der Seniorenresidenz Riu sein. Daraus wird nun nichts. Wie so vieles wird die Traditionsveranstaltung aufgrund des Teil-Lockdowns ausfallen. Sie ist nicht das einzige Projekt der Modelleisenbahner, das hintangestellt werden musste.

Bereits die Modellbahnbörse, die am 1. November im Brauhof an der Körnerstraße stattfinden sollte, wurde vorsichtshalber abgesagt. "Wir hatten dafür, wie auch für die Ausstellung, ein detailliertes Konzept vorbereitet", erzählt Richard Braunschmidt. "Dabei wurde auf Hygiene ebenso geachtet wie auf die Abstände." Allein es half alles nichts. Es sollte die 50. Börse sein, und die letzte, welche Club-Urgestein Jochen Winkler organisierte. Daraus wird nun leider nichts. Die Jubiläumsbörse soll, so alles klappt, am 7. März 2021 nachgeholt werden. Die Fäden hält dann allerdings erstmals Mike Grohmann in den Händen.

Der schaut stolz auf die TT-Anlage, die ein besonderes neues Element enthält. Dabei handelt es sich um ein Umspannwerk, welches so konzipiert wurde, dass es ein austauschbares Landschaftsmodul ist, wie Braunschmidt erläutert. "Hergestellt habe ich es im 3D-Druckverfahren", sagt Mike Grohmann. "So etwas gibt es für TT-Anlagen so gut wie nicht zu kaufen."

Gezwungenermaßen konzentrieren sich die Club-Mitglieder nun auf das nächste Jahr. Die Ausfälle von 2020 sind nicht nur deshalb ärgerlich, weil man die Arbeit gerne präsentiert hätte. "Das bedeutet ja auch einen wirtschaftlichen Verlust für uns", so Richardt Braunschmidt. "Mit Hilfe der Eintrittsgelder oder dem Verkauf von Bastelmaterial hätten wir Einnahmen gehabt, die der Vereinskasse zugutegekommen wären." Unter den derzeitigen Bedingungen ist zunächst einmal das Ziel, die Arbeit trotzdem weiterzuführen. Allerdings nicht wie bisher gemeinsam, sondern verteilt auf die einzelnen Wochentage. Kontaktpflege und Absprachen werden dadurch erschwert, doch überwiegt der Optimismus, dass die Züge bald auch wieder öffentlich rollen werden.

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