Neubeginn ohne großes Stolpern

Seit Montag sind die strikten Regeln im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus etwas gelockert. Wie ist der Betrieb in Schulen und im Einzelhandel in der Region angelaufen?

Freiberg.

Für reichlich 2500 Schüler und viele der fast 1000 kleinen Läden in Mittelsachsen sind die Beschränkungen im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus entschärft worden. Wie Lutz Steinert vom Landesamt für Schule und Bildung informiert, bereiten sich ab dieser Woche im Landkreis 231 Haupt- und 1241 Realschüler auf ihre Abschlussprüfungen vor - ebenso wie 772 Zwölftklässler in den Gymnasien und 90 Abiturienten am Beruflichen Gymnasium, 85 Fachoberschüler, 50 Fachschüler, 65 Berufsfachschüler. Ihm lägen keine Meldungen über Vorkommnisse am ersten Tag des Neustarts vor, so der Sprecher am Montag: "Sicher sind vor Ort noch viele Details zu klären. Aber es geht ja moderat los, und ich habe bei Gesprächen mit Schulleitern eine positive Grundstimmung gespürt."

Im Schulbusverkehr gab es keine Probleme, schätzt Henning Schmidt von Regiobus Mittelsachsen ein. Das Fahrgastaufkommen sei noch geringer, als an normalen Schultagen üblich, so der Fachbereichsleiter Verkehr, da der größte Teil der Schüler noch nicht wieder fahre: "Nach unseren Beobachtungen beachtet der überwiegende Teil der Fahrgäste die Maskentragepflicht."

Die Industrie- und Handelskammer Mittelsachsen (IHK) bedauert, dass Läden mit einer Verkaufsfläche von mehr als 800 Quadratmetern noch nicht wieder öffnen dürfen. "Um eine Wettbewerbsverzerrung zu vermeiden, hatte die IHK sich in zahlreichen Gesprächen mit dem Wirtschafts- und Sozialministerium eingesetzt, dass nicht die Begrenzung auf bis zu 800 Quadratmeter, sondern die Kundendichte (ein Kunde pro 20 Quadratmeter) ein wirksames Kriterium ist, um die Kontaktmöglichkeiten zu beschränken", so Cindy Krause. Zunächst seien viele der Betroffenen davon ausgegangen, so die Referentin für Handel und Dienstleistungen in Freiberg, dass sie wieder öffnen dürften, wenn sie ihre Verkaufsfläche reduzierten; das sei aber ausdrücklich verboten worden. Laut Unternehmerstatistik des Freistaats gebe es im Einzelhandel in Mittelsachsen 994 Geschäfte mit bis zu vier Mitarbeitern, 172 Läden mit mehr als fünf Mitarbeitern und bis zu 50 Mitarbeitern sowie zehn Unternehmen mit mehr als 50 und weniger als 250 Mitarbeitern. (mit lkb)

Berichte auf den folgenden Seiten.


Hochsaison im Radgeschäft

Mirko Bäßler, Inhaber von "Bikes'n Parts" in Flöha, kann neben dem Notservice jetzt wieder Fahrräder verkaufen und Reparaturen durchführen. "Für uns sind das jetzt die umsatzstärksten Monate. In denen müssen wir quasi den Winter herausarbeiten." Er hofft auf verständnisvolle Kunden. Selbstredend sind in Laden und Werkstatt die hygienischen Vorschriften umgesetzt. Der Radexperte bittet, etwas mehr Zeit einzuplanen oder vorher anzurufen. (hfj)


230 Kollegen wieder im Dienst

Michael Tanne, Geschäftsführer des Transportunternehmens Regiobus Mittelsachsen, freut sich, dass 230 Kollegen ihren Dienst wieder aufgenommen haben, nachdem seit Mitte März Corona-bedingt der Ferienfahrplan galt. Das Beförderungsangebot war zu 25 Prozent reduziert, rund 50 Busfahrer weniger waren im Einsatz. Die letzten Tage hätten die Dienstleister genutzt, um Trennscheiben zwischen Buskabine und Fahrerstand einzubauen. (hy)


Mit Volldampf zur Prüfung

Lutz Griesbach, Lehrer am Brand-Erbisdorfer Cottagymnasium, bereitet die Schüler des Physik-Leistungskurses nun auf die Prüfung vor. "Bis Mittwoch werde ich in rotierenden Kleinstgruppen mit bis zu acht Schülern Fragen der Prüflinge zum digitalen Lernstoff beantworten und den individuellen Leistungsstand überprüfen", sagt er. Er finde es "voll in Ordnung", dass die Schüler trotz Corona-Krise ein vollwertiges Abitur erreichen können. "Es ist für ihre Zukunft wertvoll." (mer)


Blumiger erster Tag

Jana Zacharias, Floristin im Blumenhaus Müller in Rochlitz, ist mit Freude zurück an ihrem Arbeitsplatz. Vor dem Blumengeschäft weist seit Montag ein Schild freundlich auf einen Sicherheitsabstand im Laden hin. "Die Kunden sind verständnisvoll und halten sich an die Maskenpflicht", erklärt Jana Zacharias. "Jeder, der hereinkommt, freut sich, dass wir endlich wieder für Farbe auf der Straße sorgen und etwas zum Wohlbefinden beitragen können", so Zacharias. (cbo)

Coronavirus: Unser Angebot zur Lage in Sachsen, Deutschland und der Welt

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