Neue Chefin vorerst im Reaktionsmodus

Eigentlich wollte Cindy Krause als Geschäftsführerin der IHK-Regionalkammer Mittelsachsen durchstarten. Die Pandemie bremst vorerst viele Ideen aus.

Freiberg.

Cindy Krause macht einen ausgeglichenen Eindruck. Doch eine gewisse Ungeduld kann sie mit Blick auf die derzeitige Situation nicht verbergen. Mit Beginn des Jahres ist die 39-Jährige die neue Geschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer Chemnitz, Regionalkammer Mittelsachsen. Sie tritt die Nachfolge von Annette Schwandtke an, die in den Ruhestand gegangen ist. Auf neuem Posten wollte sie durchstarten, Dinge in Bewegung setzen. Die Pandemie macht dies vorerst unmöglich. "Man muss erst einmal weiter auf Sicht fahren", sagt Cindy Krause. "Ich bin lediglich im Reaktionsmodus, und das gefällt mir gar nicht."

Einen erzwungenen Stillstand an manchen Stellen hatte es im vergangenen Jahr genug gegeben. Auch in den nächsten Wochen und Monaten kann nicht alles wie früher laufen, manches muss dennoch stattfinden. "Ende Januar etwa unsere Existenzgründermodule", so Krause. "Das geht zwar nur virtuell, aber sie ausfallen zu lassen, ist nach einem dreiviertel Jahr keine Alternative."

Bevor die gebürtige Freitalerin bei der IHK ankam, hat sie an der TU Dresden Wirtschaftsgeografie studiert und dort an der Fakultät Umweltwissenschaften promoviert. Dem ging zunächst eine bodenständige Ausbildung zur Bürokauffrau voraus. "Von dem da erworbenen Wissen kann ich heute noch profitieren", sagt sie. Während des Studiums arbeitete sie im elterlichen Taxiunternehmen, war dort verantwortlich für Personalarbeit und Lohnabrechnung. 2016 kam sie zur Regionalkammer, zunächst als Referentin für Handel und Dienstleistung, seit 2019 als stellvertretende Geschäftsführerin. Nun, in der Hauptverantwortung, geht Cindy Krause ungewissen Zeiten entgegen.

Die Pandemie und ihre Auswirkungen, da ist sie sich sicher, wird eine Lücke in die Unternehmerschaft reißen. Doch wolle man sich dem entgegen stellen. Beispielsweise mit dem neuen Gründer-Ökosystem. Damit sollen bessere Rahmenbedingungen für Unternehmensgründungen geschaffen werden, wofür IHK, Handwerkskammer, der Landkreis, die Wirtschaftsförderung der Stadt Freiberg, das Gründer- und Innovationszentrum Freiberg/Brand-Erbisdorf (Gizef) und das Gründernetzwerk Saxeed der TU Bergakademie zusammenarbeiten, etwa um Know-how weiterzugeben und Vernetzungen zu ermöglichen. "Bislang liefen diese Initiativen parallel", erklärt Cindy Krause. "In einem virtuellen Haus der Gründer wird all das zusammengeführt."

Ausbildung soll auch künftig ein wichtiger Baustein sein. Verstärkt will die IHK an die Schulen gehen, um dort mit den jungen Menschen ins Gespräch zu kommen, um sie zu begeistern. Eine gute Ausbildung, meint Cindy Krause, stelle keine Konkurrenz zum Studium dar, sondern eine Paralleloption. Aufstiegschancen seien nach einer Ausbildung so gut wie lange nicht. Ein weiterer Punkt ihrer Tätigkeit sei die intensive Zusammenarbeit mit dem Ehrenamt. "Es gibt genug Ideen, die bislang aus Kapazitätsgründen nicht umgesetzt werden konnten", so die Geschäftsführerin. All das und noch viel mehr in Angriff zu nehmen, darauf freue sie sich sehr.

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