Neue Medien ja, aber dosiert

Weißenborn hat sich überlegt, wie die Grundschüler digital arbeiten können. Die Erstklässler surfen aber noch nicht im Internet.

Weißenborn.

86.285,11 Euro: Dieses Budget steht der Gemeinde Weißenborn als Schulträger zur Verfügung, um die Grundschule im Ort digital auszustatten. So steht es in der Richtlinie Digitale Schulen, die im Mai 2019 in Kraft getreten ist.

Um dieses Fördergeld vom Freistaat beantragen zu können, haben die Weißenborner Lehrer gemeinsam mit Schulleiterin Kerstin Sohr ein Medienbildungskonzept sowie ein Fortbildungskonzept erarbeitet. Wie die Schule die aktuell 145 Kinder künftig an digitales Arbeiten heranführen will, hat Sohr am Mittwoch den Gemeinderäten vorgestellt. "Wir wollen Neue Medien einbeziehen", sagt Kerstin Sohr im Gespräch mit "Freie Presse", "aber dosiert", betont sie. "Unser Augenmerk liegt auf der Vermittlung von Wissen mittels Lehrbuch. Wir sind eine Grundschule, und die legt Grundlagen. Schließlich soll ja jeder Mensch auch lesen, schreiben und kopfrechnen können", meint sie.

Deshalb sollen die Weißenborner Erstklässler noch nicht am Computer arbeiten, sondern sich erst an den Schulalltag gewöhnen, den Umgang mit Arbeitsbüchern lernen und einen Lernrhythmus entwickeln. Die Zweitklässler finden den Zugang zu Computer und Internet über das Ganztagesangebot der Schule. PC ein- und ausschalten, die Maus bedienen, ein Schreibprogramm öffnen, kleine Texte tippen, Bilder einfügen und auch mal per Suchmaschine im Internet Informationen suchen und finden. In Klasse 3 und 4 soll der Umgang mit PC und Internet schon so geübt sein, dass die Schüler Informationen für Steckbriefe und Vorträge finden, einordnen und verwenden können. Vor allem in Deutsch und Sachkunde nutzen das die Schüler. "Und dafür brauchen wir mehr Computer", sagt Sohr. Ein Computerkabinett mit zwölf Rechnern gibt es bereits. Der Raum ist beliebt. Ob künftig Laptops, Tablets oder fest installierte Rechner, Beamer oder Whiteboard angeschafft werden, wird noch erarbeitet. Neben Investitionen in Technik wollen auch die neun Lehrer, drei von ihnen sind Seiteneinsteiger aus anderen Bereichen, fortgebildet werden. Auf der Agenda steht unter anderem das Thema Urheberrecht.

Bei aller Medienpädagogik: Sohr ist froh, dass der Unterricht seit diesem Jahr gänzlich abgesichert werden kann. Das war in Vorjahren nicht immer so. Da fielen mangels Personal einzelne Stunden in Sport, Musik oder Kunsterziehung aus. "Die Lehrer investieren viel Zeit und Kraft, um die Seiteneinsteiger zu unterstützen. Die wiederum sind mit Freude bei der Sache", erzählt Sohr.


Digitalpakt: Was kann angeschafft werden?

Zur Verbesserung der digitalen In-frastruktur an Schulen gehört die Datenvernetzung der Schule, einschließlich WLAN sowie Präsentations- und Interaktionstechnik wie digitale Displays, interaktive Tafeln, Tablets und Notebooks. Auch VR-Brillen, Lesemonitore, Hardware für digitale Sprachlabore oder 3-D-Drucker sind förderfähig. Geräte dürfen von Schülern, Lehrern sowie pädagogischem Personal (z.B. Sozialarbeiter, Sprachmittler, Inklusions- oder Schulassistenten und Einzelfallhelfer) genutzt werden. Mobile Geräte dürfen Schüler für Projekte auch mit nach Hause nehmen.

Für jeden Schulträger in Sachsen steht ein Schulträgerbudget zur Verfügung. Konkrete Förderanträge müssen bis 30. Juni 2020 gestellt werden. Ende 2020 sollen die Vorhaben bewilligt sein. Ein vorzeitiger Maßnahmebeginn ist bereits möglich. (cor)

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