Neuer ambulanter Pflegedienst in Freiberg am Start

Die Seniorenheime starten in der kommenden Woche ihr neues Angebot für pflegebedürftige Menschen. Vier neue Mitarbeiter wurden dazu eingestellt und zwei Autos angeschafft.

Freiberg.

Mit ihrem Ambulanten Pflegedienst, der ab 1.April seine Arbeit aufnimmt, betreten die Seniorenheime Freiberg Neuland auf einem ihnen ansonsten bestens bekannten Feld. Verfügen die Mitarbeiter doch über große Erfahrungen auf dem Gebiet der Pflege. Außerdem reichen die Planungen dafür schon viele Jahre zurück. "Die Idee ist nicht ganz neu und kam schon einmal auf, da war ich noch nicht Geschäftsführer", sagt Steffen Köcher von den Seniorenheimen. "Aber für alles gibt es einen richtigen Zeitpunkt, und für unseren Ambulanten Pflegedienst ist er jetzt."

Mit Leiterin Heike Kirchner, ihrer Stellvertreterin Anne Neubert und den Mitarbeiterinnen Jane Mey und Melanie Bieder wurden vier neue Pflegeschwestern eingestellt, die alle über langjährige Berufserfahrung bei anderen Pflegediensten verfügen. Vier sei genau die Mindestzahl, damit man den entsprechenden Vertrag mit den Krankenkassen erhalte, erklärt Köcher. Die Frauen haben ihr Büro im Haus "Elisabeth" der Seniorenheime an der Chemnitzer Straße. Die Räume direkt unterm Dach sind aber nur eine Interimslösung. "Vielmehr werden sie nach Fertigstellung zum Gellertquartier umziehen", sagt Köcher. Dort entsteht neben Betreutem Wohnen eine neue Tagespflege.


Seit dem 1. Januar sind die neuen Mitarbeiter des Ambulanten Pflegedienstes bereits bei den Seniorenheimen beschäftigt, haben dort mitgeholfen und außerdem die Voraussetzungen für den Start am Montag geschaffen. "Es hat sich im Vorfeld herumgesprochen, dass es den Pflegedienst geben wird", erzählt Heike Kirchner. "Und es gab sofort Anfragen." Deshalb haben sie vom ersten Tag an bereits 14 Klienten zu betreuen. "Darunter sind auch solche, die nicht täglich besucht werden müssen", sagt Kirchner. Man plane schon, noch eine weitere Stelle zu schaffen, doch hänge dies natürlich mit der Entwicklung zusammen.

Zwei neue Autos hat man allerdings schon angeschafft. Mit denen geht es für den Frühdienst dann immer ab 6 Uhr los. In Freiberg und einem Umkreis von etwa zehn Kilometern will man unterwegs sein. Neben der medizinischen Versorgung ist auch, bei entsprechenden Bedarf, die Möglichkeit gegeben, dass Essen gebracht wird.

"Mehr als zwei Drittel der pflegebedürftigen Menschen in Mittelsachsen leben zu Hause, entweder allein oder versorgt von ihren Angehörigen", erläutert Steffen Köcher die Motivation zur Einrichtung des Pflegedienstes. "Wir können sie spürbar entlasten und behilflich sein." Ziel sei es, dass die Menschen so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können. Die demografische Entwicklung gehe dahin, dass in Zukunft immer mehr Ältere von immer weniger jüngeren Fachkräften versorgt werden können. Auch der Platz in Heimen werde nicht ausreichen.


Tendenz steigend: Rund 15.500 Menschen im Landkreis sind pflegebedürftig

In Mittelsachsen waren Ende 2017 15.498 Menschen laut Statistischem Landesamt pflegebedürftig. Das sind genau 2347 Pflegebedürftige mehr als im Dezember 2015. Im Dezember 2015 hatten rund 7130 Menschen die Pflegestufe 1, etwa 4500 Menschen die Pflegestufe 2 und ungefähr 1490Menschen die Pflegestufe 3.

Nach Einführung des neuen Pflegegesetzes hatten im Dezember 2017 216 Menschen den Pflegegrad 1, rund 6870 Menschen Grad 2, etwa 4520 Menschen Grad 3, 2700 Menschen Grad 4 und 1200 Menschen Grad 5. In der vollstationären Pflege gab es in Mittelsachsen laut Landratsamt im Dezember 2015 52 Heime mit 3844 Plätzen, im Dezember 2018 53 Heime mit 4056 Plätzen. Im Dezember 2015 offerierten 6 Wohnpflegeheime 86 Plätze für Behinderte. Genau so war es drei Jahre später. Im Dezember 2015 boten zehn Einrichtungen 125Kurzzeitpflege-Plätze an. Drei Jahre darauf waren es nur noch neun Einrichtungen und 113 Plätze. In der Tagespflege gab es Ende 2015 316Plätze in 22 Einrichtungen. Drei Jahre später waren es 481 Plätze in 31 Einrichtungen. Im Dezember 2015 agierten 93 ambulante Pflegedienste, Ende 2018 nur noch 92 Pflegedienste.

Pflegeplätze können über den AOK-Pflegenavigator im Internet recherchiert werden. (hh)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...