Nordmanntanne und Co. müssen noch wachsen

In den Erzgebirgswäldern des Forstbezirks gibt es derzeit nur wenige Weihnachtsbäume. Das hat vor allem einen Grund.

Brand-Erbisdorf.

Ein Weihnachtsbaum im Lichterglanz und festlich geschmückt - er darf zum Weihnachtsfest nicht fehlen. Noch sind es einige Tage bis zum Heiligabend, es ist also ausreichend Zeit, den richtigen Baum zu besorgen. In Mittelsachsen bieten zahlreiche Gärtnereien und Baumschulen eine breite Auswahl an.

Allerdings scheint es um das für viele traditionelle Selbstschlagen des Weihnachtsbaumes in einem Wald in der Erzgebirgsregion dieses Jahr nicht so gut bestellt zu sein. "Unsere angepflanzten Bäume brauchen noch einige Jahre, bis sie geschlagen werden können", schätzt Thomas Köhler ein. Vor etwa zwei bis drei Jahren waren laut dem Sprecher des Forstbezirks Marienberg in Größenordnungen Blaufichten - eigentlich als Weihnachtsbäume gedacht - von der Nadelbräune betroffen. Das wechselhafte Wetter mit großen Trockenzeiten und dann wieder längeren feuchten Phasen hatte laut den Forstexperten das Wachstum bestimmter Pilze gefördert, die wiederum die Nadelbräune auslösten. "Die Bäume konnten nicht genutzt werden", so Köhler. Betroffen davon war unter anderem eine Weihnachtsbaumfläche im Revier Lichtenberg. "Ich musste Bäume auf etwa drei Hektar mulchen lassen", sagt Revierförster Thomas Schulz. Es seien zwar auf ebenfalls ungefähr drei Hektar Fläche verschiedene Bäume wie Tannen, Kiefern und Blaufichten angepflanzt worden. Doch sie benötigten noch zwei bis drei Jahre, bis sie geerntet werden könnten, so der Revierförster. "Bei Weihnachtsbäumen kommt es darauf an, dass sie langsam wachsen, damit sie ein stabiles und dichtes Gerüst bilden", erklärt Schulz.

Somit werden in den Wäldern des Staatsforstes laut Thomas Köhler inzwischen nicht nur Blaufichten als Weihnachtsbäume gezogen. "Verteilt auf verschiedene Reviere wurde auch die Nordmanntanne angebaut", sagt er. So glaube man, bei Weihnachtsbäumen auf die klimatischen Veränderungen besser zu reagieren.

Dennoch verkauft der Staatsbetrieb Sachsenforst landesweit nach eigenen Angaben auch dieses Jahr wie alljährlich etwa 25.000 Weihnachtsbäume aus dem eigenen Bestand. Die Sommer-Dürre habe demnach nur die kleinen, im Frühjahr frisch gepflanzten Bäume geschwächt. Verkauft werden Bäume, die zwischen acht und zehn Jahre alt und ein bis zwei Meter groß sind - vorrangig Blaufichten, aber auch Gemeine Fichten, Kiefern oder Nordmanntannen. Die Preise für einen Baum aus sächsischen Wäldern seien stabil und liegen zwischen 15und 30 Euro - je nach Größe.

Wer sich keinen Baum in die Wohnung stellen möchte, der nach einiger Zeit anfängt zu nadeln, für den gibt es bei verschiedenen Anbietern auch Weihnachtsbäume im Topf. Nach den Festtagen können diese in den Garten wandern. (mit mbe/fpe)

Weihnachtsbaumschlagen: Wer dennoch seinen Baum selbst schlagen möchte, der kann das am 14. Dezember, 9 bis 14 Uhr im Forstrevier Grillenburg (Forstbezirk Bärenfels) tun. Es gibt eine Auswahl aus Nordmanntannen, Blaufichten und Fichten. Die Kostenliegen zwischen 15 und 30 Euro. Treffpunkt: Zufahrt über Grillenburg, Seerenteichstraße, Kontakt: Holger Baumann Ruf 035203 39062.

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