Sohra öffnet das Tor nach Südafrika

In dem 173-Seelen-Dorf haben sich gestern Abend internationale Exzellenzen getroffen. Ein Konsul hatte eingeladen.

Sohra.

Weit mehr als 100 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur sind gestern der Einladung von Professor Wolfram Scharff zum Südafrika-Tag in Sohra gefolgt. Der 66-jährige ist Honorarkonsul der Republik Südafrika für Sachsen und Sachsen-Anhalt. Wobei das Honorar im Titel mehr für Ehre steht - die diplomatische Vertretung erfolgt ehrenamtlich, im Hauptberuf ist Scharff Geschäftsführer der IfU GmbH Privates Institut für Umweltanalysen mit Sitz in Lichtenau.

Der Physiker war 2005 als Honorarkonsul berufen worden und unterhält darüber hinaus sehr gute Kontakte nach Russland und in ehemalige Sowjetrepubliken. So begrüßte er gestern auf seinem stilvoll hergerichteten Dreiseithof in dem Bobritzsch-Hilbersdorfer Ortsteil unter anderen auch den Generalkonsul der Russischen Föderation in Leipzig, Andrej Yurevich Dronov.

Dem südafrikanischen Botschafter in Berlin, Phumelele Sizani, war das internationale Flair gerade recht, um für sein Land zu werben. Ihm gehe es vor allem darum, die Möglichkeiten für Touristen und Investoren vorzustellen, erklärte seine Exzellenz: "Jeder achte Reisende, der zu uns kommt, generiert eine Arbeitsstelle. Wer länger bleibt, bringt uns mehr Jobs."

Die Wirtschaft Südafrikas sei vergleichsweise klein und verwundbar, kam der Botschafter auf internationale Verknüpfungen zu sprechen. Wenn US-Präsident Donald Trump Ländern wie Argentinien, Mexiko und der Türkei Probleme bereite, sei das auch für Südafrika spürbar. Die Strafzölle auf Stahl und Aluminium träfen auch sein Land, in dem beispielsweise auch Autokonzerne wie BMW und Daimler Fertigungsstätten hätten.

Am gestrigen Empfang, der von der Wirtschaftsförderung Sachsen unterstützt wurde und bei Redaktionsschluss noch andauerte, nahmen auch Repräsentanten aus Kasachstan, Polen, Kroatien und der Schweiz teil. Neben Wirtschaft und Politik ging es auch um Kultur und Bildung. So war die Bergakademie Freiberg mit von der Partie, und unter die Gäste hatten sich auch Darsteller des "Lebendigen Fürstenzugs" gemischt.

Hausherr Scharff gehört als Johann der Beständige normalerweise hoch zu Ross selbst zu den Exzellenzen beim Verein Mittelsächsischer Kultursommer. Er habe den Südafrika-Tag bereits zum dritten Mal nach Sohra geholt, sagte er, um den ländlichen Raum in den Vordergrund zu rücken: "Sohra hat nur 173 Einwohner - und jetzt fast genauso viele Gäste." Bürgermeister Volker Haupt (CDU) ist ihm dafür dankbar: "Wir sind stolz, dass so eine hochkarätige Veranstaltung bei uns stattfindet."

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