"Springbockspieße sind sehr begehrt"

Wildfremde Menschen einfach ansprechen und fragen, was sie da tun, gehört sich eigentlich nicht. "Freie Presse" macht es trotzdem. Heute: Die Afrikanerin Maureen Schubert, 49, vom Streetfood-Festival in Freiberg.

Freie Presse: Was machen Sie denn da?

Ich schneide gerade Hühnchen für ein Hühnchencurry.


Das riecht ja schon gut bei Ihnen. Seit wann sind Sie hier auf dem Freiberger Obermarkt?

Ich bin heute Morgen, 9 Uhr, angekommen. Seitdem schneide und koche ich.

Welche Köstlichkeiten bereiten Sie zu?

Also Hühnchencurry, Gulasch á la Afrika mit Erdnusssoße, Spinat und Kokosmilch und Springbockspieße.

Springbockspieße, das muss man erst mal aussprechen, ohne sich zu Zunge zu brechen.

Ja, die sind sehr begehrt. Unsere Speisen kommen aus Tansania und Mosambik.

Und wo kommen Sie her?

Aus Tansania. Aber ich lebe mit meinem Mann in Dresden. Wir betreiben dort das Hakunamatata-Kulturcafé.

Wie lange sind Sie schon beim Streetfood-Festival dabei?

Hmm, seit drei Jahren. Aber wir sind auch bei anderen Festen dabei und bieten Catering für Feste und Firmen an. Das machen wir seit knapp zehn Jahren.

Hat sich in den zehn Jahren was an der Nachfrage verändert? Mögen Kunden heute was anderes als vor zehn Jahren?

Das kann ich so nicht sagen. Es wird alles gern genommen! Oder doch: Die veganen Sachen wie Spinat mit Kokosmilch sind sehr gefragt, vor allem bei jungen Leuten.

Gemüse, Fleisch, Soßen: Wie und wo stapeln Sie das hier alles?

Ich habe eine Tiefkühltruhe und zwei Kühlschränke. Ich schätze dann ab, wann ich was aus der Truhe in den Kühlschrank packe zum Auftauen. Das Gemüse zum Beispiel kaufe ich fertig geschnitten tiefgekühlt beim Großhändler. Das Fleisch lasse ich auch gleich zurecht schneiden. Nur um das Hühnchenfleisch muss ich mich selbst kümmern.

Gibt es ein typisches Gewürz oder was anderes typisches aus Tansania?

Die Tamarinsoße ist schon was Besonderes. Sie wird aus der Tamarinfrucht gemacht. Das Fruchtfleisch schmeckt ein bisschen süßsauer.

Wo fahren Sie als nächstes hin?

Ich weiß es gerade nicht. Jede Woche sind wir woanders. Von März bis Ende Oktober sind wir jedes Wochenende unterwegs.

Sind Sie manchmal noch in Afrika?

Ja, klar. Nach der Festivalsaison mache ich im November Pause. Im Dezember sind wir auf dem Weihnachtsmarkt. Und Januar, Februar habe ich frei! Da fliege ich nach Afrika!

Welche Sprachen sprechen Sie?

Suaheli, Portugiesisch, Englisch und Deutsch. Und meine Muttersprache.

Wow! Da kann ich nicht ganz mithalten. Wie heißt Ihre Muttersprache?

Luo. Das spricht man in Tansania und ein bisschen auch in Kenia.

14 Uhr wird das Festival für Besucher geöffnet. Sind Sie schon mit allem fertig?

Jetzt ja! Die hungrigen Gäste können kommen.

Viel Spaß in Freiberg!

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