Stadt- und Bergbaumuseum: Lückenschluss wird ausgedehnt

Die Erweiterung für das Haus am Untermarkt wird ausgeweitet. Neben einem Neubau gibt es jetzt auch neue Anlagen im Altbau.

Freiberg.

Das Projekt Stadt- und Bergbaumuseum wird voraussichtlich um knapp 900.000 Euro teurer: Der Freiberger Stadtrat hat in dieser Woche beschlossen, zusätzlich zu dem Neubau für die Einrichtung am Freiberger Dom auch das bestehende Museumsgebäude aufzurüsten. Die gegenwärtig absehbaren Gesamtkosten steigen damit auf rund 4,7 Millionen Euro, wie Baubürgermeister Holger Reuter (CDU) am Dienstag bestätigte.

Für die Entscheidung, Alt- und Neubau in einen Guss zu bringen, gibt es gute Gründe. Idealerweise sollten beispielsweise die Anlagen für den Brand- und Einbruchsschutz, die Videoüberwachung sowie die Fluchtwege- und Sicherheitsbeleuchtung gekoppelt werden. Teile der alten Anlagen entsprächen aber nicht mehr heutigen Anforderungen und Vorschriften, heißt es aus der Stadtverwaltung. So sei die derzeitige Brandmeldeanlage nicht in einer Ringschaltung verkabelt, sodass bei einer Leitungsunterbrechung die Überwachung in einzelnen Räumen ausfallen könnte.

Das gleiche gelte für die Einbruchmeldeanlage. Beide Anlagen würden ebenso wie die Videotechnik nicht mehr hergestellt, sodass auch keine Ersatzteile mehr beschafft werden könnten. Für die Sicherheitsbeleuchtung im Altgebäude seien Einzel- und Gruppenbatterieanlagen kombiniert worden, die aufgrund ihres Alters zwingend ersetzt werden müssten. Da im Neubau aber eine Zentralbatterieanlage entstehe, sei auch hier eine Umrüstung angezeigt: "Damit ist eine einheitliche Flucht- und Sicherheitsbeleuchtungsanlage im Gebäudekomplex gegeben und eine ständige Überwachung der störungsfreien Funktion der Anlage möglich."

Zudem sei auch die Lichtsteuerung für die Ausstellung im Museum in die Jahre gekommen. Das Fabrikat "Altenburger" das dafür in den 19990-er Jahren gewählt worden war, sei nicht erweiterbar und müsse bei der Umgestaltung des Empfangstresens und der neu zu errichtenden Gebäudeautomation im Ergänzungsbau angepasst werden. Dazu kommen unter anderem Maurer-, Putz- und Malerarbeiten.

Wie Baubürgermeister Reuter ankündigte, sollen die Bauarbeiten im Altgebäude im Februar 2021 beginnen: "Zuvor wird die Museumskonzeption grundsätzlich neu gestaltet." Dazu kommt, dass das Freiberger Museum flankierend zur Landesausstellung "500 Jahre Industriekultur in Sachsen" vom 25. April bis zum 1. November 2020 eine Sonderschau zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte des sächsischen Erzbergbaus zeigen soll.

Der Freiberger Stadtrat hatte im Juli 2017 beschlossen, die Lücke zwischen dem Stadt- und Bergbaumuseum und dem Haus Am Dom 2 mit einem Neubau zu schließen. Dabei war zunächst ein zweigeschossiger Massivbau mit Untergeschoss vorgesehen, der mit Sandstein verkleidet werden sollte.

Im Dezember vorigen Jahres änderte der Stadtrat - auch auf Drängen des Landesamtes für Denkmalpflege hin - die Pläne. Anstelle des Sandsteins trat Beton, statt der kapellenhaften Anmutung mit Spitzdach und hohen schmalen Fenstern wurde eine kubische Grundform gewählt. Damals waren dafür noch reichlich 3,5 Millionen Euro veranschlagt worden. Laut aktueller Berechnung liegen die Kosten für den Neubau jetzt bei 3,8 Millionen Euro.

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