Streit um Welterbe-Zentrum

Als Domizil für eine neue Besucherinfo in Freiberg favorisiert OB Krüger das Silbermannhaus. Das birgt Konfliktstoff.

Freiberg.

Die Stadt Freiberg sucht einen geeigneten Standort für die Einrichtung des geplanten Welterbe-Besucherzentrums. Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) informierte die Mitglieder des Stadtrates in dessen Sitzung am Mittwoch über den derzeitigen Stand. Unter Berücksichtigung verschiedener Prämissen seien mehrere Objekte in Betracht gezogen worden, so Krüger. Neben einer Nutzung des Bahnhofsgebäudes seien noch das Krügerhaus am Schlossplatz, die Domherrenhöfe am Dom, die frühere Buchhandlung "Büchereck am Dom" in der Kirchgasse und das Silbermannhaus am Schlossplatz geprüft worden. Im Silbermannhaus befindet sich bereits die Tourist-Information, und die Gottfried-Silbermann-Gesellschaft hat im Gebäude ihren Sitz.

Bahnhof, Krügerhaus und Buchhandlung kämen weniger in Frage. Die Domherrenhöfe wären eine Möglichkeit, doch seiner Meinung nach sei das Silbermannhaus der bestmögliche Standort, betonte Krüger. "Wir sehen Synergieeffekte mit der Tourist-Information", erläuterte er. Allerdings müsse dafür die Silbermann-Gesellschaft an einen anderen Standort umziehen, wofür sich wiederum die Domherrenhöfe anbieten würden. Laut Krügers Aussage stößt dieser Gedanke vor allem bei Albrecht Koch, Präsident der Gottfried-Silbermann-Gesellschaft, auf Ablehnung. Die Gesellschaft plane vielmehr, ihr jetziges Domizil mit einem gläsernen Anbau zu erweitern.Würde die Pläne der Gesellschaft umgesetzt,so Krüger, gäbe es neben weiteren Schwierigkeiten auch noch das Problem, dass man dafür die Abstimmung mit der Unesco in Paris suchen müsse.

"Es wird bewusst Stimmung gegen uns gemacht", sagte Albrecht Koch, der den Vortrag von der Tribüne aus verfolgte, auf Nachfrage der "Freien Presse". "Unser eigentliches Anliegen mit dem Anbau gerät dabei in den Hintergrund." Der momentan zur Verfügung stehende Platz reiche nicht aus, um größere Besuchergruppen aufzunehmen oder die pädagogische Arbeit mit Schulklassen zu gestalten. Der Anbau sei zudem so konzipiert, dass er auch für die Stadt nutzbar wäre.

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