TU Chemnitz hat deutlich weniger Erstsemester

Innerhalb eines Jahres sank Anzahl der neuen Studenten um 30 Prozent

Chemnitz.

Die Anzahl der Studienanfänger an der TU Chemnitz ist innerhalb eines Jahres um rund 30Prozent gesunken. Das ist den Zahlen des Statistischen Landesamtes zu entnehmen. Hatten sich 2014 und 2015 noch jeweils gut 2100 Erstsemester an der Chemnitzer Uni eingeschrieben, so waren es im vergangenen Jahr noch gerade einmal knapp 1500. Im Vergleich aller Unis im Freistaat rangiert Chemnitz damit auf Platz 4 - hinter Leipzig, Dresden und der Hochschule Mittweida.

Die Universität führt den Rückgang auf Vereinbarungen zurück, die sie mit der sächsischen Staatsregierung getroffen hat. Bis 2025 soll die Gesamtzahl der Studenten von zuletzt rund 11.000 auf 9400 sinken. So sieht es eine Zielvorgabe vor.

"Die TU Chemnitz war gehalten, entsprechende Maßnahmen zur Erreichung dessen zu ergreifen", erläutert Uni-Sprecher Mario Steinebach. Im laufenden Semester seien vergleichsweise viele Studiengänge mit Zulassungsbeschränkungen versehen worden, wodurch sowohl die Anzahl der Studierenden insgesamt als auch die der Studienanfänger zurückging. Auffällig aus Chemnitzer Sicht: Keine andere der großen Hochschulen in Sachsen musste annähernd ähnliche Einschnitte verkraften. An der TU Dresden ging die Anzahl der Studienanfänger seit 2014 mit knapp 13Prozent nicht einmal halb so stark zurück; Leipzig und die TUBergakademie Freiberg verzeichneten sogar ein Plus von vier bzw. fünf Prozent.

Das Wissenschaftsministerium in Dresden erklärt den drastischen Rückgang damit, dass die Chemnitzer Uni nicht schon früher begonnen habe, weniger Studienanfänger zu immatrikulieren. "Mit jeder Hochschule wurden in Zielvereinbarungen Korridore für die Studierendenzahlen verankert", erläutert ein Ministeriumssprecher. "Die TU Chemnitz hat diesen Korridor mehrfach überschritten, 2016 wurde erstmals gegengesteuert."

Geht es nach der Leitung der Chemnitzer Uni, soll sich die Situation wieder spürbar ändern. "Im kommenden Wintersemester soll es nur noch 16 zulassungsbeschränkte Studiengänge geben", sagt Uni-Sprecher Steinebach. Derzeit seien es gut doppelt so viele. Ob der Plan aufgeht, muss sich aber erst noch zeigen. Für Anfang April ist in Dresden eine Anhörung der Hochschulrektoren geplant. Das Ministerium warnt schon mal vor falschen Erwartungen: Bei den Zulassungszahlen gebe es keinen Ermessensspielraum.

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