Umweltfrevel: Ölteppich auf der Freiberger Mulde

Ein Großaufgebot an Polizei und Feuerwehr rückte gestern nach Siebenlehn aus. Der Verursacher der Wasserverschmutzung steht noch nicht fest. Die Spur führt ins Gewerbegebiet.

Siebenlehn.

Gestern, 13 Uhr: Die Sonne zaubert ein imposantes Spiel von Licht und Schatten auf die Holzbrücke an der Otto-Altenkirch-Straße in Siebenlehn, die Blätter der Buchen, Eichen und Ahornbäume schwingen sanft, Vögel zwitschern. Die Freiberger Mulde fließt gemächlich dahin und umspült die Steine nahe des Ufers. Doch ein Blick flussaufwärts zeigt, dass die Idylle trügt. Über die ganze Flussbreite zieht sich eine Kette aus sechs Säcken, eine Ölbarriere. Noch vor einer Stunde schwamm genau an dieser Stelle zwischen Klärwerk und Autobahnbrücke ein 1,50 Meter breiter Ölteppich permanent auf der Mulde. Das löste einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehren aus. Ein Hubschrauber kreiste.

Ein Verursacher steht laut Polizei noch nicht fest. Was war passiert? Gegen 8 Uhr hatten Bürger auf der Mulde eine ölige Substanz festgestellt. Daraufhin rückten die freiwilligen Feuerwehren Großschirma, Obergruna und Siebenlehn, der Gefahrgutzug aus Niederwiesa und die Berufsfeuerwehr Freiberg mit insgesamt zwölf Fahrzeugen aus. Auch der Wehrleiter der Großschirmaer Wehr, Paul Kretzschmar, war vor Ort. "Der Ölteppich trieb ununterbrochen auf der Wasseroberfläche", berichtet Kretzschmar auf Anfrage.

Die Helfer legten Ölsperren über den gesamten Flusslauf. Das sind die länglichen Säcke, deren watteähnlicher Inhalt das Öl aufsaugt. So konnte laut Kreissprecher André Kaiser eine weitere Ausbreitung des Öls in die Mulde verhindert werden. Da der Ursprung der Verunreinigung zunächst nicht ermittelt werden konnte, waren mehrere Suchtrupps unterwegs. Ein Polizeihubschrauber konnte "aus der Luft ausmachen, dass die Substanz im Bereich der Steyermühle in den Aschebach eingeleitet worden und schließlich bis in die Freiberger Mulde geflossen ist", so Andrzej Rydzik, stellvertretender Pressesprecher der Polizeidirektion Chemnitz. Bei der Substanz handele es sich möglicherweise um Hydrauliköl. Genaue Untersuchungsergebnisse stünden aus. Auch welche Mengen zu welchem Zeitpunkt ins Gewässer gelangten, sei noch unklar. Wegen der Verunreinigung des Gewässers wurden Ermittlungen eingeleitet. Auch die Untere Wasserbehörde des Landratsamtes ist eingeschaltet. Laut Kreissprecher Kaiser waren Mitarbeiter gestern vor Ort. Seinen Angaben zufolge wurden keine Schäden an Mensch und Natur festgestellt. Der Flussbereich, in dem die Ölsperre gelegt wurde, grenzt an ein Naturschutzgebiet.

Welches Unternehmen im Siebenlehner Gewerbegebiet das Öl eingeleitet hat, konnte Rydzik nach eigenen Worten nicht sagen. "Der Verursacher ist noch unbekannt und muss ermittelt werden", so der Mitarbeiter der Polizeidirektion auf Anfrage. Laut Kaiser muss der Verursacher "eventuell mit strafrechtlichen Konsequenzen" rechnen.

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2Kommentare
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    1
    Interessierte
    08.06.2018

    Das passiert aber in letzter Zeit recht oft ......

  • 1
    4
    fp112
    08.06.2018

    Umweltfrevel?
    Geht's nicht mal etwas bescheidener oder passt sich die Berichterstattung der Zeitung mit den vier großen Buchstaben an.
    Vielleicht ist einfach mal was kaputt gegangen oder es hat jemand einen Fehler gemacht. Nicht schön, aber passiert.
    Eine Kreuzfahrt oder ein Flug zu den Malediven macht mehr Schaden auf dem Planeten und kein Hahn kräht danach



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