Virchows Geist lässt Schüler verweilen

Künftige Altenpfleger haben zwei Ausstellungen in der Berliner Charité erkundet - dank einer Spende des Lions Clubs.

Brand-Erbisdorf/Berlin.

Ehrfurchtsvoll und auch ein bisschen stolz standen sie in der Hörsaalruine des ehemaligen Rudolf-Virchow-Hörsaales, wo der berühmte Pathologe einst selbst lehrte. Der Saal im einstigen Pathologischen Museum in Berlin war einer der Besuchshöhepunkte für knapp 40 Auszubildende der Berufsfachschule für Altenpflege und Pflegehilfe in Brand-Erbisdorf diese Woche an der Berliner Charité. Die Schüler des ersten und zweiten Lehrjahres und zwei Lehrer hatten sich vom Winter nicht abhalten lassen und konnten dank einer Spende des Lions-Clubs Freiberg nach Berlin zu zwei besonderen Ausstellungen reisen.

Gerade die Ausstellung "Dem Leben auf der Spur" sei für die jungen Leute eine große Bereicherung gewesen und: "Sie konnten ihr Wissen anwenden und Fragen beantworten", resümierte Manuela Erler, Klassenlehrerin in der Krankenpflegeausbildung, die ihre Schüler begleitete. So hätten die Schüler sich davon überzeugen können, wie die einst von Virchow begonnene anatomische Sammlung sowie die medizinischen Forschungen des Begründers der modernen Pathologie sich bis zu heutigen modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen verändert hätten. "Andererseits waren die Schüler erstaunt, dass beispielsweise die gezeigten Operationswerkzeuge heute oft noch so aussehen wie einst, sich jedoch die Materialien veränderten", erzählte Manuela Erler. Besonders beeindruckt seien die jungen Leute von einer gezeigten sogenannten Eisernen Lunge gewesen, die vielen Patienten das Überleben sicherte und noch bis etwa 1970 hergestellt wurde.

Beeindruckend sei ebenso die Ausstellung "Scheintot - Über die Ungewissheit des Todes und die Angst, lebendig begraben zu werden" gewesen. Die jungen Besucher aus Brand-Erbisdorf konnten in der Schau selbstständig erkunden, wie Ärzte und Naturwissenschaftler die Grenze von Leben und Tod neu zu bestimmen suchten. Sie erfuhren, dass etwa um 1800 die Wissenschaft begonnen hatte, die Eindeutigkeit des Todes in Zweifel zu ziehen. Und sie lernten, dass Menschen bis heute Angst davor haben, lebendig begraben zu werden.

Seit ihrem Besuch in Berlin sind sich die Auszubildenden sicher, dass "der Tag für uns eine große Bereicherung war", brachten es Liliana Toth und Agnieszka Pilz auf den Punkt. Die Lehrlinge hätten aufgrund ihrer Ausbildung die Ausstellungen gut verstehen und "durch die zahlreichen Exponate ihr theoretisches Wissen untermauern können."

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