Was bedeutet dieser Heulton?

Punkt 11 Uhr ertönten im Landkreis 414 Sirenen - Technik wurde gecheckt. Die Frage: Weiß wirklich jeder, wo und von wem er im Ernstfall Hinweise erhält?

Flöha.

Akustischer und digitaler Testlauf für den Ernstfall: Erstmals hat es gestern einen bundesweiten Probealarm gegeben. Punkt 11 Uhr ertönten auch, so das Landratsamt Freiberg, im Kreisgebiet 414 Sirenen. Warum, das wussten die Mittelsachsen offenbar- wie eine kleine Umfrage der "Freien Presse" ergab.

Beim Testlauf sollte nicht nur die Technik geprüft und den Rettungshelfern bei Feuerwehr, Katastrophenschutz und anderen Hilfsorganisationen eventuelle Fehlfunktionen signalisiert werden. Vielmehr wollte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) die Menschen für verschiedene Informationssysteme sensibilisieren.

Celina Seidel, Altenpflegerin aus Flöha: "Als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Flöha wusste ich von der Aktion. Die ist wichtig, um die Systeme zu checken und die Menschen für das Thema Katastrophenlage zu interessieren. Der Heulton, der ertönt, wird in der Alltagshektik vor allem als Signal für die Feuerwehrleute selbst wahrgenommen, dabei gilt es doch, eine breite Aufmerksamkeit herzustellen. Ich habe vorab beispielsweise die von mir betreuten Senioren auf den ungewohnten Test am Donnerstag vorbereitet.

Gudrun Haustein, Rentnerin aus Flöha: "Der Test ist eine gute, wichtige Sache. Ich habe Nachrichtenmeldungen vorab aufmerksam wahrgenommen und auch gleich meine Familie informiert, dass die Kinder sich nicht wundern. Die hatten die Ankündigung gar nicht so mitbekommen. Sirenenton zum Donnerstag ist schon ungewöhnlich: Allerdings wüsste ich nicht die unterschiedlichen Heultöne zuzuordnen. Aus meiner Kindheit kenne ich indes Sirenentöne, die schlimme Nachrichten bedeuteten.

Jörg Porstmann, Unternehmer aus Schellenberg: "Der Aktionstag gab den Anstoß, sich in der Firma einmal über Alarmierungen und Warnsysteme zu unterhalten. Ich habe beispielsweise die "Katwarn-App" auf meinem Handy installiert. Solche Proben helfen, das Vertrauen in die Technik zu stärken. Wer weiß schon, wo er im Notfall von wem und wie die Hinweise bekommt?"


Sirenensignale

Warnung vor einer Gefahr: sechs Töne von jeweils 5 Sekunden Dauer mit 5 Sekunden Unterbrechung (Großschadensfälle wie Gefahrstoffaustritt, Hochwasser, biologische Gefahren, Brände mit gefährlichen Gasen, mögliche Terrorlagen)

Feueralarm: drei Töne von jeweils 12 Sekunden Dauer mit 12 Sekunden Unterbrechung (Alarmierung der Feuerwehr)

Signalprobe: ein Ton von 12 Sekunden Dauer (jeden ersten Samstag im Monat um 11 Uhr)

Entwarnung: ein Ton von 60 Sekunden Dauer (hd)

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