Was is'n das da für'n Knopf?

Hier steht, was wirklich wichtig ist: Warum es gut ist, dass es in der Universitätsstadt ab und zu knallt, pfeift und raucht.

Wenn es in Freiberg weithin sichtbar raucht, dann hat das ja meist die praktischen Prüfungsverfahren des Brandschutz-Kompetenzzentrums MPA Dresden am Fuchsmühlenweg zur Ursache. Doch einmal alle zwei Jahre darf man die Schuld für eine dicke Qualmwolke über den Dächern der Silberstadt nicht auf das Treiben der Feuertester schieben. Dann nämlich, wenn die Nacht der Wissenschaft und Wirtschaft stattfindet, was am kommenden Samstag, dem 22. Juni, der Fall ist. Gleich an drei Standorten geht es dabei wissenschaftlich und wirtschaftlich zur Sache, wobei wohl vor allem auf dem Campus Nord rund um Lampadius- und Winklerstraße die Freunde spektakulärer Experimente auf ihre Kosten kommen dürften, wenn so manche Rauchsäule sich nach einem fröhlichen "Pfffft!" oder "Sirrrr!" in die Lüfte erhebt.

Nachdem sie nun in ihrer Eigenschaft als Lehr- und Forschungsbergwerk 100 Jahre gefeiert hat, darf im Reigen auch die Reiche Zeche nicht fehlen. Dabei kommt auch die dritte Säule des Betriebs zum Tragen, nämlich die Tatsache, dass die Anlage für die meisten Menschen in erster Linie ein Besucherbergwerk ist. Das wurden zwar die vielen Redner zum Festakt der Hundertjährigen in der vergangenen Woche nicht müde zu betonen, doch sei es an dieser Stelle ruhig noch einmal hervorgehoben. Und damit verbunden die Tatsache, dass der dafür verantwortliche Förderverein Himmelfahrt Fundgrube die zahlreichen Einfahrten und Touren unter Tage in der Regel ehrenamtlich ermöglicht.


Experimente, Forschung und Lehre, alles super, aber wo bleibt die Wirtschaft? Die findet sich auf dem Saxonia-Gelände an der Carl-Schiffner-Straße. Hier kann man dann durchaus erleben, wohin es führt, wenn man probierfreudige TU-Absolventen ausreichend "Pfffft!" und "Sirrrr!" machen lässt. Denn letztlich ist es besonders die Wirtschaft, die von so mancher Entdeckung und Innovation profitiert. Hätte sich nicht der eine oder andere Laborant hin und wieder die Frage gestellt "Was is'n das da für'n Knopf?" und selbigen dann rein spaßes- halber mal betätigt, gäbe es womöglich heute weder eine sinnvolle Kreislaufwirtschaft noch Smartphones. Nicht auszudenken, liebe Kinder, nicht wahr? Womit sollte man dann die Freizeit füllen? Da gibt's nur eins: Am besten nämlich die Nacht der Wissenschaft und Wirtschaft besuchen, sich für das Gesehene begeistern und die eigene Zukunft als Wissenschaftler, Nobelpreisträger oder Wirtschaftstycoon in Angriff nehmen, damit der Fortschritt, natürlich im Sinne des Klimaschutzes, niemals ins Stocken gerät.

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