Was machen Bananen in einer Kläranlage?

Zum ersten Mal durfte sich die Öffentlichkeit in der modernisierten Einrichtung in Hohentanne umschauen. Rund 400 Gäste nutzten die Chance.

Hohentanne.

Eine Kläranlage besuchen, das klingt zunächst etwas anrüchig. Doch wer im Vorfeld des Tages der offenen Tür am Freitag in der Kläranlage Hohentanne die Nase gerümpft hat, dürfte sich hinterher über sich selber gewundert haben. Denn so eine Anlage birgt viel Spannendes und Wissenswertes.

Eingeladen hatte der Abwasserzweckverband "Muldental", und Geschäftsleiter Kai Schwarz zeigte sich am Nachmittag von der Resonanz mehr als beeindruckt. Rund 400 Gäste waren gekommen, darunter Schulklassen, aber auch Anwohner. Präsentiert wurde nicht nur gewaltige Technik, sondern auch Details, die man sonst kaum zu sehen bekommt. Darunter die Kameratechnik, mit der Kanalinspekteur Lars Auerswald und seine Mitarbeiter in die Tiefen vorstoßen.

Ein besonderer Gast war Dr. Emile Tabu Ojong von der TU Bergakademie Freiberg. Er demonstrierte eine mikrobielle Brennstoffzelle. "Sie behandelt einerseits das Abwasser, andererseits erzeugt sie Strom", erläuterte Ojong. Von dem Ein-Liter-Modell existiert bereits eine 100-Liter-Version, die demnächst im Freiberger Brauhaus zum Einsatz kommen soll.

Vor allem für jüngere Besucher gab es ein Quiz und eine Experimentierstrecke. Bei zahlreichen Führungen über das Gelände konnte sogar manch Kurioses gelernt werden, etwa, dass ein großes Rührwerk für die Abwasserbecken "Banane" genannt wird, weil es meistens gelb ist und die einzelnen Rührblätter die markante krumme Form aufweisen. "Wir zeigen den Besuchern, unter ihnen unsere Kunden, den Gegenwert ihrer Gebühren", erzählte Kai Schwarz. "Auch geht es darum, zu erklären, was jeder dazu beitragen kann, das Wasser weniger zu belasten." Als Beispiel nannte er Mikroplastik in Waschmitteln und Medikamentenreste, die man derzeit noch nicht herausfiltern kann.

Der Abwasserzweckverband plant derzeit zwei Großprojekte. Zum einen soll in der Zukunft das gesamte Ortsnetz von Hilbersdorf kanalseitig überarbeitet werden. Zum anderen wolle man die Kläranlage in Siebenlehn sanieren.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...