Welterbe-Titel wird mit Großem Zapfenstreich gefeiert

Es ist eine seltene Gelegenheit, dass von der Zeremonie Gebrauch gemacht wird. Für die Teilnehmer ist sie auch eine Belastung.

Freiberg.

Exakt 475 Uniformträger werden am 14. September in Freiberg am 13. Großen Sächsischen Bergmännischen Zapfenstreich zur Überreichung der Welterbe-Urkunde für die Montanregion Erzgebirge teilnehmen. Das hat Franz-Peter Kolmschlag vom Sächsischen Landesverband der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine erklärt. "Die letzten Meldungen liegen jetzt vor", bestätigte der Geschäftsführer des Vereins. Der Zapfenstreich sei eine seltene Zeremonie: "Im Gegensatz zur Parade steht hier die Musik im Vordergrund. Die 214 Musiker aus fünf Bergkapellen werden von 261Habitträgern aus 15Knappschaften begleitet - das ist eine beachtliche Größenordnung."

Eine ähnliche Größe hatte 2014 der Zapfenstreich zum 12.Deutschen Bergmannstag in Marienberg mit etwa 500 Teilnehmern. Die jüngste Auflage gab es zum Jubiläum "Zehn Jahre Erzgebirgskreis" 2018 in Annaberg mit rund 450Trachtenträgern.


Der Freiberger Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) freut sich auf die reichlich 500 Uniformträger, zusätzlich rechnet er mit 300 Ehrengästen, die zum Zapfenstreich kommen. "Es ist uns eine Ehre und Verpflichtung, den Titel an diesem Tag zu bekommen und das Ereignis würdig zu begehen", hatte der Rathauschef betont. Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren: Dabei seien die Regularien des Landesverbandes der Berg- und Hüttenmännischen Vereine zu beachten. Es würden Details abgestimmt, nachdem ein geeigneter Termin gefunden werden konnte. "Das war wegen der vollen Terminkalender zwischen Tag der Sachsen und Sachsen-Wahl schwierig", bekennt Krüger.

Den 14. September bezeichnet der OB als idealen Zeitpunkt: Wegen des aller fünf Jahre stattfindenden Pobershauer Bergfestes am 15. September könnten zahlreiche Teilnehmer zunächst zum Zapfenstreich in Freiberg und am nächsten Tag im Mittleren Erzgebirge antreten, so der Freiberger. "Das ist bergmännisches Brauchtum in Reinkultur."

Der Landesgeschäftsführer ist da weniger euphorisch. "Wir haben die Idee nicht gut gefunden", sagt Kolmschlag. Der Termin sei ohne Einbeziehung des Landesverbandes festgelegt worden. Viele Trachtenträger seien in einem Alter, in dem sie nicht an zwei Tagen hintereinander marschieren wollen.


Ablauf ist exakt geregelt

Mit dem Stellen um 20.30 Uhr beginnt am 14.September der 13. Große Sächsische Bergmännische Zapfenstreich. Dazu spielen die Vereinten Kapellen den "Bergmannsgruß".

Der Kommandeur des Zapfenstreiches lässt den Zug halten und meldet an den Paradeabnehmenden; dieser dankt und fordert zum Beginn auf. Auf Kommando erklingen die Signale Nummer 1 bis 3 und die Serenade 7. Auf Signal Nummer 4 folgt als Gebet bei abgesenkten Fahnen der Choral "Herr, der du meine Pfade lenkst", danach das Signal Nummer 5.

Die Offizianten präsentieren sich anschließend auf Kommando während der Hymnen. Danach lässt der Kommandeur die Habitträger in Marschrichtung drehen und gibt das Kommando: "Großer Bergmännischer Zapfenstreich - Im Gleichschritt Marsch!" Zum Abmarsch 21 Uhr intonieren die Vereinten Kapellen "Glück Auf, der Steiger kommt". (jan)

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 2 Bewertungen
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...