Wirbel um Berufsschule in Halsbrücke

Die Saxonia-Bildung bietet ihr Hauptgebäude feil. Hat das Einfluss auf Lehrausbildung und Kurse?

Halsbrücke.

Das Hauptgebäude der Saxonia Bildung in Halsbrücke steht zum Verkauf. Das hat Martin Ferkinghoff als Geschäftsführer der gemeinnützigen Bildungs-GmbH bestätigt: "Die ersten Anfragen gibt es schon." Die Nachricht habe "ganz schöne Wellen" geschlagen, weiß der Chef. Er betont, dass die Lehrausbildung - aktuell lernten 135 Azubis bei der Firma - und die Kurse wie etwa Stapler- und Kranlehrgänge weiter laufen: "Wir feiern 2021 unser 30-jähriges Bestehen, und wir wollen da mindestens noch einmal 30 Jahre ranhängen." Allein dieses Jahr seien etwa 600.000 Euro in die Ausbildungsstätte und moderne CNC-Maschinen gesteckt worden; weitere Investitionen seien geplant.

Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen im Metall- und Elektrobereich habe sich stark verringert, so Ferkinghoff, dadurch seien die Räumlichkeiten nicht mehr voll ausgelastet: "Aus diesem Grund haben wir - Gesellschafter und Geschäftsleitung der Saxonia Bildung - uns dazu entschlossen, unsere Ausbildung auf ein Gebäude zu konzentrieren." Der Umzug aller Fachkabinette in das Werkstattgebäude bedeute für die Auszubildenden sowie die derzeit 13 Mitarbeiter auch kurze Wege - der komplette Maschinenpark für die Metallausbildung befinde sich bereits in dem Gebäude.

Das Hauptgebäude wird von einem Makler samt 6000 Quadratmeter Grundstück für 660.000 Euro angeboten. Es ist laut Exposé 1950 errichtet worden, verfügt über 56 Zimmer und eine mögliche Wohnfläche von knapp 1600 Quadratmetern. Als Nachnutzung seien eine Wohnanlage und betreutes Wohnen denkbar, heißt es. "Wir müssen nicht auf Krampf verkaufen", betont der Geschäftsführer, "wir schauen uns schon genau an, was mit dem Haus passieren soll." Die Pläne des Erwerbers müssten zum Areal passen.

Wie Halsbrückes Bürgermeister Andreas Beger (CDU) bestätigte, ist die Gemeinde über die Verkaufsabsichten informiert. Sie gehört zu den Gesellschaftern der Saxonia Bildung. Die Firma ist am 13. Dezember 1991 von Wolfgang Ferkinghoff, dem Vater des Geschäftsführers, mit seinen Berufsschul-Kollegen Dietmar Draber und Eberhard Sachs sowie der Gemeinde Halsbrücke gegründet worden. Sie war aus der Betriebsakademie und der berufspraktischen Ausbildung der ehemaligen Betriebsberufsschule des Bergbau- und Hüttenkombinates "Albert Funk" Freiberg entstanden.

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