Bahnchef: Preise sollen ab Dezember steigen

Vorstandschef kündigt höhere Tarife für Fahrten mit ICEs und Intercitys an

Berlin.

Bahnkunden müssen sich trotz zunehmender Verspätungen auf die nächste Preiserhöhung einstellen. Konzernchef Richard Lutz kündigte höhere Tarife für Fahrten in ICEs und Intercitys an, blieb aber noch unkonkret. "Im Durchschnitt werden die Preise des Fernverkehrs deutlich unterhalb der Inflationsrate steigen, die derzeit bei rund zwei Prozent liegt", sagte Lutz den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Entscheiden wird der Vorstand darüber im Herbst, die höheren Preise gelten dann ab dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember. Im vergangenen Jahr waren Fahrkarten im Fernverkehr durchschnittlich um 0,9 Prozent teurer geworden, ein Jahr zuvor um 1,3 Prozent. In den beiden Vorjahren hatte es Nullrunden gegeben, damit nicht zu viele Kunden zu den neuen Fernbus-Anbietern abwandern.

"Wir waren in den vergangenen Jahren schon vernünftig unterwegs und werden auch in diesem Jahr moderat vorgehen", versicherte Lutz. Ziel der Preispolitik sei es, die Züge besser auszulasten und Wachstum zu unterstützen.

Kunden kennen das Prinzip: Oft ist es billiger, etwa am Samstagmorgen zu fahren als am Freitagnachmittag. "Uns gelingt es bereits, Kunden über die Spar- und Supersparpreise in weniger ausgelastete Züge zu bringen", erklärte Lutz. Diese Steuerung werde man aber auch nicht überstrapazieren.

Der Vorstandschef kündigt höhere Preis zu einem Zeitpunkt an, an dem die Bahn ihren Kunden viel Geduld abverlangt. Jeder vierte Fernzug fährt verspätet, das heißt mindestens sechs Minuten nach Fahrplan. Hunderte Baustellen, überlastete Knotenpunkte im Bahnnetz, aber auch externe Ursachen wie Suizide, Polizeieinsätze und Wetterkapriolen bremsen die Züge aus.

Bislang kommt die Bahn nach eigener Statistik in diesem Jahr auf 76 Prozent pünktlicher Fernzüge. "Keine Frage, das ist unbefriedigend", bekannte Lutz. Auch der Bund als Eigentümer der Bahn zeigt sich unzufrieden. "Das muss besser werden, und das wird es auch", betonte Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann. Eine Ursache sieht er im früheren Sparkurs. "Unter dem Abbau von Schienenwegen in der Ära Mehdorn leiden wir heute noch", sagte Ferlemann der "Welt". (dpa)

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