Mercedes will im Elektro-Segment aufholen

Daimler stellt das erste Mitglied seiner neuen Elektro-Familie vor. Der EQC soll dem Autobauer den Weg in ein neues Zeitalter der Mobilität ebnen. Die Konkurrenz hat aber reichlich Vorsprung.

Stuttgart/Stockholm.

Der Absatz brummt. Mercedes steuert zum sechsten Mal in Folge einem neuen Absatzrekord entgegen. Doch den Elektroantrieb haben die Stuttgarter bisher der Konkurrenz von Tesla und Jaguar überlassen. Das soll sich ändern. Mit der Präsentation des EQC gab die Nobelmarke am Dienstag den Startschuss zur Aufholjagd. Der 4,76 Meter lange SUV ist Vorbote einer kompletten Familie von zehn E-Fahrzeugen, die bis 2022 auf den Markt kommen sollen.

Der Ort der Enthüllung soll Symbolkraft haben. Stockholm und Schweden gelten als aufgeschlossen und empfänglich für Nachhaltigkeit. Kein Wunder, dass Daimler-Entwicklungschef Ola Källenius, ein Schwede, vom Erfolg des Neulings überzeugt ist. Als Erfinder des Automobils werde Mercedes auch bei der E-Mobilität Maßstäbe setzen.

EQ, was für elektrische Intelligenz steht, soll bei Mercedes das Markenzeichen für den Aufbruch in die neue Zeit der Mobilität sein. Der von Konzernchef Dieter Zetsche enthüllte Crossover ist vom mittelgroßen GLC abgeleitet und läuft ab 2019 im Werk Bremen, später auch in Peking, auf Produktionslinien mit der C-Klasse und Cabrio-Typen vom Band. Beschleunigt wird der EQC von einem 408 PS (300 kW) starken Motor, der für turbinengleiche Spurts (0-100 km/h in 5,1 Sekunden) und eine Höchstgeschwindigkeit sorgt, die bei 180 km/h abgeregelt wird. Im Gegensatz zu Audi, das demnächst den E-Tron präsentiert, verzichten die Schwaben auf die eigene Herstellung des Motors. Wichtigstes Kaufkriterium einer noch zaudernden Kundschaft ist die Reichweite. Mercedes gibt 450 Kilometer an. Die Batterien werden in Kamenz bei der Deutschen Akkumotive gefertigt. Die Ladezeit soll bei einer 110 kW-Station nur 40 Minuten (bis 80 Prozent Leistung) dauern. Im Joint Venture "Ionity'', dem auch der VW-Konzern, BMW und Ford angehören, sind europaweit 400 Ladepunkte geplant, demnächst auch an der A 14 und an der A2.

Bei der Akzeptanz des EQC tappt Mercedes noch im Dunklen. Im ersten Halbjahr 2018 fanden deutschlandweit nur rund 17.000 E-Fahrzeuge einen Besitzer. Der elektrische Funken werde zünden, glaubt Ola Källenius. Ab 2025 will Mercedes jährlich 500.000 E-Fahrzeuge absetzen. Das wäre ein Viertel des derzeitigen Verkaufs. Hoffnung bereitet die Nachfrage beim E-Smart: Die Wartezeit beträgt derzeit ein Jahr.

Was der erste E-Mercedes kostet? Das lässt der Hersteller offen und gibt einen Wink zu Jaguar. Der elektrische E-Pace kostet mindestens 78.800 Euro.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

    Lesen Sie auch
    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...