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Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Städte melden ausreichend Kita-Plätze

Fast überall kann im Freistaat der Bedarf an Kinderbetreuung gedeckt werden. Nicht immer ist es die Wunsch-Kita. Im Großen und Ganzen haben die Städte jedoch vorgesorgt. Nur eine hat größere Probleme.

Von Tino Moritz
erschienen am 19.06.2017

Dresden. In Sachsen können Eltern ihren gesetzlichen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem 1. Geburtstag fast überall einlösen. Problematisch wird es indes vor allem in Leipzig, wie aus einer Umfrage der "Freien Presse" hervorgeht. Auch in Chemnitz gibt es Nachholbedarf. Hinzu kommen einzelne Gemeinden in der Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge, im Landkreis Zwickau und in Nordsachsen, wo Betreuungsplätze entweder fehlen oder nicht rechtzeitig fertig werden.

Der Städte- und Gemeindetag verweist auf den Aufbau eines "dichten Netzes" an Kindertagesstätten (Kitas), das durch ein umfangreiches Angebot zur Kindertagespflege (Tagesmütter) ergänzt werde. "In der Regel stehen damit ausreichende Betreuungskapazitäten zur Verfügung", sagt Verbandsgeschäftsführer Mischa Woitscheck. Dennoch könne es vor allem in Städten mit starkem Zuzug zu "punktuellen Engpässen" kommen.

Tatsächlich macht der Stadt Leipzig vor allem die Umsetzung des Rechtsanspruchs im Krippenalter (bis drei Jahre) zu schaffen. Die Stadt ist in den zurückliegenden Jahren um mehrere Zehntausend auf nahezu 575.000 Einwohner gewachsen. Der Rechtsanspruch im Krippenalter war zuletzt durch das Sächsische Oberverwaltungsgericht in Bautzen untermauert worden. Es entschied am 7. Juni, dass sich die Stadt Leipzig nicht darauf berufen könne, aktuell keinen freien Krippenplatz anbieten zu können, und gab damit der Beschwerde einer Familie statt.

Seit 2006 wurde die Zahl der Betreuungsplätze für Kinder bis zum Schuleintritt in Leipzig zwar um knapp 12.000 auf mehr als 30.000 erhöht - davon knapp 28.000 in Kitas. Dennoch fehlen immer noch 1100 Plätze, wie die Stadt mitteilte. Das Problem sei, geeignete Standorte zu finden. Zudem sei die Besetzung mit Fachpersonal schwierig, wenn Kitas in den Monaten Dezember bis Juli eröffnet würden.

Die Landeshauptstadt Dresden hält sich dagegen zugute, dass der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz wegen "immenser und frühzeitiger Kraftanstrengungen noch nie in Gefahr" gewesen sei. Knapp 12.000 Plätze seien seit 2008 bereits neu geschaffen worden, womit es jetzt etwa 33.000 gibt. Auch in der Stadt Zwickau wird nach eigenen Angaben mit nun mehr als 6000 Kita-Plätzen eine "bedarfsgerechte Versorgung" gewährleistet. Ebenso keine Probleme meldet Bautzen, wo bis Sommer 2019 knapp 220 weitere Plätze entstehen. Fast ebenso viele sind bis 2020 zusätzlich in Plauen geplant, um zusammen mit den bisher gut 2700 Angeboten ein "bedarfsgerechtes Platzangebot" sicherzustellen. In der Stadt Chemnitz wird es ab August knapp 11.000 Plätze geben, und damit 76 mehr als im Vorjahr. Anhaltend hohe Geburtenzahlen, die gute Arbeitsmarktlage sowie der Zuzug von Familien sorgten für einen erhöhten Bedarf, der den Neubau von Kitas nötig mache, heißt es aus dem Rathaus. Vorgesehen sind weitere 850 Plätze für Kinder ab neun Wochen bis unter sieben Jahren. Nach Umsetzung aller Pläne könnten allein in der Altersstufe der Ein- bis unter Dreijährigen 82 Prozent aller Kinder versorgt werden. Bisher seien es etwa 74 Prozent.

Seit 1. August 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf Betreuung, sobald ihr Kind ein Jahr alt ist. Zuletzt schlug das arbeitgebernahe Kölner Institut der deutschen Wirtschaft Alarm. Danach fehlten in Deutschland noch 293.000 Krippenplätze, davon 31.000 in Ostdeutschland. Wie zuverlässig derartig Prognosen sind, ist jedoch umstritten.

 
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