Stadtelternrat fordert einen Sozialarbeiter für jede Schule

Vorsitzender Wobst: Landrat Scheurer muss sich um Geld kümmern

Limbach-O./Zwickau.

Im Jugendhilfeausschuss des Landkreises Zwickau geht es am heutigen Mittwoch darum, wie viele Schulen in den nächsten fünf Jahren Geld für einen Schulsozialarbeiter bekommen. Allen Schulen im Landkreis soll eine Platzierung auf der Prioritätenliste zugewiesen werden. Je früher die Schule im Ranking auftaucht, desto größer sind ihre Chancen, eine Sozialarbeiterstelle bezahlt zu kriegen.

Christian Wobst, Vorsitzender des Stadtelternrates Limbach-Oberfrohna, kritisiert, dass Eltern bei der Erstellung der Liste nicht beteiligt worden seien, und fordert Schulsozialarbeiter an allen Schulen im Landkreis, die Bedarf angemeldet haben. Das Argument, es sei nicht genügend Geld für alle da, ziehe nicht. Wenn das zur Verfügung stehende Geld nicht ausreiche, sei es Aufgabe eines engagierten Landrates, sich um die Mittel zu kümmern, so Wobst. Gerade jetzt in Corona-Zeiten dürfte der Bedarf nach Schulsozialarbeit immens gewachsen sein, schätzt der Pleißaer ein. "Die Pandemie hat für derart massive Verwerfungen gesorgt, dass es das Mindeste ist, dass zum Schuljahresbeginn an jeder Schule ein Schulsozialarbeiter zur Verfügung steht. Die Kinder haben Fragen und Sorgen. Das können die Lehrer nicht alles abfangen", so Wobst.

2018 hatte das Landratsamt alle allgemeinbildenden Schulen im Kreis Zwickau gefragt, ob sie einen Schulsozialarbeiter benötigen. Von 122 Schulen hatten 99 Bedarf angemeldet. Doch aufgrund der Prioritätenliste geht fast jede zweite Schule leer aus. Was Wobst besonders ärgert: Auch Schulen wie der Thomas-Müntzer-Grundschule und der Grundschule Pleißa, die bisher eine von Freistaat und Landkreis bezahlte Sozialarbeiterin hatten, wurde die Förderung gestrichen. "Schulsozialarbeit kann aber nur eine Wirkung erzielen, wenn diese langfristig angelegt ist", sagt er und fordert, dass das als ein wichtiges Kriterium berücksichtigt wird. Der Jugendhilfeausschuss sollte seinen Beschluss daher überprüfen. Der Stadtelternrat wünscht sich, dass bei Entscheidungen, bei denen es um die Belange von Schülern geht, diese und deren Eltern mitwirken dürfen.

Ob die Mitarbeiter im Landratsamt angesichts der Coronapandemie Korrekturbedarf sehen, war bis Dienstag nicht bekannt. Eine entsprechende Frage hat die Behörde nicht beantwortet. Auch nicht, ob es Überlegungen gibt, wie man die Eltern beim Thema Schulsozialarbeit besser beteiligen kann. (mit jop)

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