Hunderttausende Sachsen haben weniger als 1000 Euro Rente

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40 Prozent der Rentner im Freistaat, die mindestens 40 Jahre eingezahlt haben, bekommen trotzdem nur eine Minirente. Selbst wer 45 Beitragsjahre vorzuweisen hat, kann nicht auf eine auskömmliche gesetzliche Rente hoffen.

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2222 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 6
    2
    klapa
    24.07.2020

    Man darf vielleicht nach dreißig Jahren sagen, dass die Ostdeutschen heute ein bisschen über den Dingen stehen.

    Aber sie sollten ohne Hass und Selbstmitleid, nur ihrem Selbstwertgefühl zuliebe im Leben nie vergessen, wie mit ihnen im Namen der Demokratie verfahren wurde und was in ihrem Namen möglich ist.

  • 5
    1
    Malleo
    24.07.2020

    klapa
    ...eine von mir zutiefst empfundene Wahrnehmung und ich betone - ohne Frust oder Selbstbemitleidung, auch weil es dafür keinen Grund gibt.

  • 10
    2
    klapa
    24.07.2020

    Malleo, deine Beschreibung kann von Hunderttausenden im Osten bestätigt werden.

    Und viele von ihnen haben ihre erste Begegnung mit der wahren Demokratie bis heute nicht überwunden.

  • 14
    1
    Malleo
    24.07.2020

    Abschreibung ist wohl nur eine ungenaue Bezeichnung für die von der Treuhand ab 1990 flächendeckend betriebene Plünderung Mitteldeutschlands, deren erste nach dem Krieg von den Russen vollzogen und mit Reparationsleistungen erklärt wurde.
    Das Wirken der Treuhand kam einer Deindustrialisierung ganzer Regionen in Sachsen, Sachsen- Anhalt und Thüringen gleich und war damit gleichwohl ein perfektes Konjunkturprogramm für die alten Bundesländer, potentielle Konkurrenten mussten weg.
    Es herrschte Goldgräberstimmung, „Aufbauhelfer“ überströmten das Land und installierten bis in die Gegenwart wirkende (geschlossene) Netzwerke in Wirtschaft, Politik, Justiz, Universitäten, Polizei und Medien, deren Ziel einzig die Erhaltung ihrer Einflussmöglichkeiten ist.
    Die gern ins Feld geführten Hinweise auf den Strukturwandel vergleichbarer Regionen, wie dem Ruhrgebiet, sind dumm und in keinem einzigen Punkt zutreffend.
    Wer stellt nach der großen Abschreibung die Frage, warum die in Wellen wiederkehrende Aufmerksamkeit für angeblich ostdeutsche Befindlichkeiten immer häufiger durch die Medien getrieben wird?
    Befindlichkeiten, deren Grenzen zur Larmoyanz nicht mehr zu unterscheiden sind?
    Ich habe sie nicht!
    Wer aber 1989 so naiv war, dass er der Persil-Werbung ebenso viel glaubte, wie dem Versprechen nach blühenden Landschaften, wurde zweifelsfrei enttäuscht und fand sich, unabhängig von Bildung, Fleiß, Engagement oder all den Eigenschaften, die notwendig sind, um selbstbestimmt ein Leben für sich und die Familie zu gestalten, schnell in einer Umbildungsmaßnahme oder auf dem Arbeitsamt wieder.
    Es bedurfte viel Glück aber auch ein Stück weit jener benannten Eigenschaften und einer Firma, die sich auch dem Turbokapitalismus erfolgreich bediente, um von der wenig sozialen Marktwirtschaft auch zu partizipieren.
    Ich hatte es.
    Jene, die nicht der Arbeit hinterherzogen und in ihrer Heimat blieben, durften all diese Erfahrungen machen, die ihr Leben mehr als deutlich prägten.
    Sie haben aber den unschätzbaren Vorteil, ob der Sozialisierung in zwei völlig verschiedenen Gesellschaftssystemen, sehr deutlich und sensibel (Fehl-)Entwicklungen differenzieren zu können, die in keinem noch so hochkarätigen Seminar gelehrt werden.
    Deshalb kann jeder, der 1989 die körperliche Mauer in Berlin und am Eisernen Vorhang wegfegte, seine mehr oder weniger erfolgreiche Lebensgeschichte erzählen.
    Angesichts der epochalen Herausforderungen, die sich dieses Land im wahrsten Sinne des Wortes selbst ins Land geholt hat, fahren die Menschen in Mitteldeutschland ihr keineswegs durch Einheitsfeiern verschüttetes Sensorium aus, um zu sagen, wir wissen wie es geht, wenn von den sogenannten politischen Eliten die Realität verdrängt oder negiert wird.
    (15 Mrd. mehr für Rentner sind ein Kraftakt, 25 Mrd. für Neubürger kein Problem!)
    Nach den aktuellen Geschehnissen spekulieren die „Meinungsschaffenden“ schon von rechten Umsturzplänen am Horizont, es sind Panikattacken, die zeigen, dass sich diese Demokratie offensichtlich nur noch als ausgesprochene Kompromisswirtschaft im Krisenmodus versteht.
    Ich bin dennoch dankbar in einer Demokratie, übrigens die „schlechteste aller bekannten Staatsformen, ausgenommen alle anderen“ (Churchill), zu leben.
    Das heißt aber nicht, dass man dieser Demokratie, die 1989 über die DDR und ihre Menschen gekommen ist, keine kritischen Fragen stellen darf und Fehlentwicklungen, die auf einer einsamen, zutiefst antidemokratischen Entscheidung einer Kanzlerin basieren, benennt!
    Wenn das in Sachsen besonders ausgeprägt ist, nun, ihnen sagt man ja gern nach, dass sie sensibler, präziser und ingenieurmäßiger sind, wenn es um Fragen der Gerechtigkeit und die Einhaltung von Regeln geht.

  • 8
    3
    Urlaub2020
    24.07.2020

    Leider Haben unsere Volksvertreter ihr Schäfchen im Trockenen.Also liebe Rentner seht zu wie ihr kommt ...so denken diese Leute in Berlin.

  • 3
    4
    Interessierte
    24.07.2020

    Wenn der Herr Dulig und Co. sich für 12 Euro einsetzen , das nützt diesen Leutchen aber nichts !!!

  • 3
    0
    Malleo
    24.07.2020

    Luxime
    Sie bkommen noch eine detailiertere Antwort!

  • 4
    1
    Nixnuzz
    24.07.2020

    ""89 kamen die Luschen in die Puschen" - und wer hat die gen Osten delegiert? Mein Leben lang wurde mein Werdegang von Vor-Mauer-/ DDR-Exponaten begleitet. Inklusive Freikäufer. Alles Menschen in leitender Position. Es gab den Spruch hinter vorgehaltener Hand, das Beförderungen nach oben nur mit DDR-Hintergrund möglich wären. Vielleicht wäre ein Resumee zum Verteilungsquotienten von "Alt-DDR-/Neu-Bundesland-Bürgern" in leitenden/herausragenden Positionen bis/nach der Wende in den "alliert-besetzten" Gebieten mal interessant. Wenn nur kluge Köpfe dem Kapitalismus zum Opfer fielen....Irgendwer musste den Westen ja aufbauen...bis heute. Wieviele Neu-Wechsel-Nachwendegeborene Bürger halten jetzt den gesamten Laden "Deutschland" mit ihrer Arbeit zusammen? Histophathologie ist was für Kriminalisten aber sollte im täglichen Zusammen-/getrennt-Leben nicht mehr die bestimmende Rolle spielen. Nach dem Motto: "Früher war mehr Lametta.." hilft heute nicht mehr weiter.

  • 8
    3
    Lumixer
    24.07.2020

    @Malleo: Ich verstehe Ihre Aufregung gar nicht. Erstens bin ich Sachse, nur eben kein sog. gelernter DDR-Bürger. Zweitens habe ich nichts daran negativ gemeint. Es ist doch ein Fakt, dass Rentenpunkte nur durch entsprechende Einzahlungen zusammenkommen können. Da nützt das Argument überhaupt nichts zu erwähnen, wie lange man berufstätig war. Der Artikel gibt nur eine Statistik wieder, die nicht überraschend ist. Daran hat kein betroffener Rentner Schuld. Fakt ist auch, dass in manchen Branchen schlecht verdient wird. Die meisten Betroffenen hatten jedoch keine Wahl, als darin bis zur Rente zu arbeiten. Sie hatten deswegen auch keine Chance, privat vorzusorgen. Problematisch wird es erst jetzt, weil diesen Branchen der kompetente Nachwuchs ausgeht - z.B. Baugewerbe, Handel. Es wurden Chancen vertan. Wer heute einen guten Schulabschluss in der Tasche hat, wird versuchen, das Maximum rauszuholen. Das bedeutet keinesfalls, zum Mindestlohn zu arbeiten. Wer sich dennoch dauerhaft darauf einlässt, kommt schlecht wieder raus. Die Folge, Altersarmut.

    Was hätte denn im Übrigen die DDR-Industrie für eine Chance in der plötzlich offenen, westlichen Welt gehabt? Trotz vieler Ungereimtheiten gab es keine Wahl, als abzuwickeln. Die Art und Weise ist nur höchst kritisch zu betrachten. In der mdr-Mediathek gibt es hierzu eine empfehlenswerte Reportagereihe "Wem gehört der Osten". Daran sieht man, dass es trotz 30 Jahre Wende, noch viel aufzuarbeiten gibt. Was sind daran philosophische Spielchen? Ich lasse mich von solchen Schlagzeilen nicht runterziehen, die Gegenargumente stehen im Artikel bereits selbst. Das sollten Sie auch nicht! Genießen Sie den Sommer. VG

  • 12
    3
    Malleo
    23.07.2020

    Lumixer
    Der Analyse fehlt leider ein einscheidender Ansatz, der Osten wurde zweimal komplett deindustrialisiert, nach WK II von den Russen, was nicht zerstört wurde ging Richtung Osten und danach die Treuhand, deren Tätigkeit noch schärfer in die Wirtschaft eingriff.
    Da kann man sich gut in die wohlige Ecke eines Westsofas zurückziehen und philosophische Spielchen betreiben.
    Ich sage es mit einem Vergleich, die notwendigen Anpassungen der Wendewestbürger an die neue Situation beliefen sich auf die Änderung der Postleitzahl!
    Ja und nicht zu vergessen ein Spruch von U.Wickert:
    "89 kamen die Luschen in die Puschen"

  • 2
    2
    Nixnuzz
    23.07.2020

    @Lumixer: Nein - ich stimme ihrer Analyse ausdrücklich zu! Hab eher mit einer Ansammlung überwiegend roter Daumen bei ihnen gerechnet.

  • 4
    4
    thelittlegreen
    23.07.2020

    Danke Lumixer, für die kurze und nüchterne Zusammenfassung einiger Fakten.

  • 4
    10
    Lumixer
    23.07.2020

    @Nixnuzz: Widerlegen Sie eines meiner Argumente sachlich. Andernfalls muss ich annehmen, dass Sie sich den richtigen Nickname gewählt haben.

  • 17
    3
    Ha24Lu01
    23.07.2020

    Ja, der Kapitalismus ist eben voller Widersprüche, wie aus den Lehrbüchern. Es trifft immer die Kleinen. Nach 40 Jahren harter Knochenarbeit, wie Dachdecker, Maurer, Brückenbauer um nur einige der Berufe zu nennen, die Schwerstarbeit leisten, haben die Menschen mehr Rente verdient.

  • 11
    8
    Nixnuzz
    23.07.2020

    @Lumixer: Sind sie Wessi? Ganz schön mutig für diesen Kommentar! 1 grüner.

  • 15
    8
    Lumixer
    23.07.2020

    Die Unwegbarkeiten der Wende machen sich nun bemerkbar, weil diese Generation jetzt im Rentenalter ist. Nach dem politischen Umbruch Arbeitslosigkeit bzw. keine lückenlosen Erwerbskarrieren, meist aus dem Handwerks-, Dienstleistungsgewerbe oder dem Einzelhandel mit geringen Vergütungen. Ich sehe auch eine Ursache in dem massiven Ausbau der Mini- bzw. Pauschaljobs, um seinerzeit die Arbeitslosenquote zu drücken.
    Das Schlimme ist, die Altersarmut wird inflationsbereinigt noch viel schlimmer werden. Ich denke an alle Soloselbständigen, die seit Jahrzehnten von der Hand in den Mund leben, an Pflegekräfte, Minijobber usw.
    Andererseits wird es auch im Osten künftig viele mit mehreren Einkunftsquellen geben. Viele haben private Kapitallebens- oder Rentenversicherungen abgeschlossen, während der Finanzkrise günstige Eigentumswohnungen zur Vermietung erworben oder verkaufen momentan zu Höchstpreisen ihre DDR-Eigenheime an nunmehr hochverschuldete, junge Familien.
    Es gibt also wie immer zwei Seiten der Medaille. Man sollte nicht nur negativ denken. Zudem leben wir in einem Sozialstaat, in dem keiner hungert oder im Alter obdachlos werden kann und jeder kostenlos eine medizinische Versorgung erhält, ohne erstmal eine Kreditkarte am Tresen vorzulegen. Solange auf den Straßen das Durchschnittsalter der Autos unter 5 Jahren liegt, ist es nicht so schlimm, wie es aussieht. Die Reisebüros sind auch voller Senioren und stehen zum Teil Schlange, sobald neue Angebote in den Zeitungen erscheinen. Das stimmt doch eher positiv.

  • 23
    4
    NeuErzgebirger
    22.07.2020

    Minirenten für die Fleißigen, jedes fünfte Kind wächst in Armut auf. Aber wir müssen ja ständig und überall die Welt retten.....

  • 21
    4
    Goschi
    22.07.2020

    Eine Schande, das 40 Jahre Arbeit so honoriert wird. Diejenigen, welche das Sagen haben, verdienen ja auch ein Mehrfaches wie die meisten Leute als Arbeitnehmer. Mit vollen Geldbeutel kann mann gut urteilen. Über Rentenhöhe und Eintrittsalter, denn diese Leute müssen sich auch nicht mit 65 Jahren körperliche Arbeit als Dachdecker, Maurer usw. leisten.
    Ich würde mir wünschen dass diese von dieser Geringen Rente leben müssten oder in diesen Alter im Beruf arbeiten müssten.
    Auch den Roten Daumen Vergeber wünsche ich das.

  • 39
    6
    gelöschter Nutzer
    22.07.2020

    EINE SCHANDE!

  • 34
    9
    klapa
    22.07.2020

    Es ist ganz einfach nur traurig für die Menschen, die vorrangig im Westen, später auch im Osten dafür gesorgt haben, dass Deutschland zum Zahlmeister der EU werden konnte und sie selbst nur eine Hungerrente davon haben.

    Ganz, ganz mies für den Sozialstaat.

  • 42
    15
    KTreppil
    22.07.2020

    Hauptsache Deutschland zahlt nun noch mehr Milliarden in den EU Haushalt.

  • 38
    12
    lax123
    22.07.2020

    Die Zahlen sind eine Schande. Die Botschaft ist: Arbeit lohnt sich nicht mehr. Jahrzehntelang einzahlen für eine Minirente. Dann lieber ab aufs Amt, leider!