Sehr wenige englische Firmen erwarten Vorteile vom Brexit

Viele britsche Unternehmen ringen derzeit mit den Folgen der Corona-Krise - und nun steht zum Jahresende auch noch der EU-Austritt an. Lediglich drei Prozent von 400 befragten Unternehmen erwarten positive Effekte für das eigene Geschäft durch den Brexit.

London (dpa) - Nur eine kleine Minderheit der kleinen und mittleren Unternehmen in England erwartet einer aktuellen Umfrage zufolge durch den Brexit positive Effekte für das eigene Geschäft.

Nur drei Prozent der Vertreter von 400 befragten produzierenden Unternehmen gaben in der Umfrage der Beratungsfirma South West Manufacturing Advisory Service an, dass der EU-Austritt ihrem Unternehmen vermutlich helfen werde.

Die Hälfte der Befragten weiß der Studie zufolge bislang nicht, wie sich das Ende der Brexit-Übergangsphase auf ihr Geschäft auswirke. Ende Januar war Großbritannien zwar bereits aus der EU ausgetreten. Bis Ende Dezember gilt aber noch eine Übergangsphase, in der weitgehend die gleichen Regeln gelten wie zuvor. Ohne einen Handelspakt mit der EU, um den derzeit noch gerungen wird, drohen danach Zölle, Staus an den Grenzen und andere Handelshürden.

«Die Betriebe sind stark von Covid-19 getroffen, und nun steht ihnen die zusätzliche Herausforderung des Brexits bevor, der sich am Horizont abzeichnet», sagte der Geschäftsführer der Beratung, Nick Golding. «Es ist eine äußerst kritische Lage für Verantwortliche in den Unternehmen, die versuchen, zu planen, aber keine Ahnung haben, wofür sie eigentlich planen, während viele von ihnen durch die Pandemie ohnehin geringere Ressourcen haben.»

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