Elektroauto aus Zwickau feiert seine Weltpremiere

Das neue vollelektrische Modell ID.3 steht für die Neuausrichtung von Volkswagen. Mit dem Produktionsstart bricht eine neue Ära für den Autobauer an.

Frankfurt am Main.

Die Elektromobilität wird das zentrale Thema des Messeauftritts von Volkswagen auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt am Main. Mit dem ID.3 präsentierte der größte europäische Autohersteller am Montagabend das endgültige Design des Elektroautos, dessen Serienproduktion im November im Fahrzeugwerk Zwickau starten soll.

Mit dem ID.3 beginnt für Volkswagen nach den Erfolgsmodellen Käfer und Golf das dritte große Kapitel von strategischer Bedeutung: der VW-Konzern will in wenigen Jahren Weltmarktführer bei Elektrofahrzeugen werden. Nach dem ID.3 sollen in kurzen Abständen weitere Modell der neuen ID-Familie folgen. Für die Produktion wurde ein eigenes Fertigungssystem entworfen, der Modulare E-Antriebs-Baukasten (MEB), der ausschließlich für den Elektroantrieb und maximale Innenraumgröße konzipiert wurde.

Mit dem neuen Elektroauto sollen nach Auskunft von Volkswagen die Reichweitensorgen beendet sein. Für den ID.3 stehen drei Batteriegrößen zur Auswahl, die eine Reichweite von 330 bis 550 Kilometer möglich machen. Mit entsprechenden Schnellladesäulen können innerhalb von 30 Minuten rund 290 Kilometer Reichweite nachgeladen werden. VW wird acht Jahre beziehungsweise 160.000 Kilometer Garantie auf die Batterien geben. Laut Volkswagen wird der Basispreis des ID.3 mit einer Motorleistung von 204 PS bei unter 30.000 Euro liegen. Die ersten Fahrzeuge werden Mitte 2020 ausgeliefert.

Bei Volkswagen Sachsen in Zwickau läuft der Countdown für den Start der Serienproduktion. Derzeit werden die letzten Roboter aufgebaut und die Montage eingefahren. Das Fahrzeugwerk wird schrittweise auf einen reinen Produktionsstandort für Elektrofahrzeuge umgebaut. In die Transformation des Standortes, die Ende 2020 abgeschlossen sein soll, investiert der Autokonzern rund 1,2 Milliarden Euro.

Ab 2021 werde insgesamt sechs Modelle der Marken Volkswagen, Audi und Seat in Zwickau vom Band laufen. Die Produktionskapazität wird um zehn Prozent auf dann 330.000 Fahrzeuge im Jahr erhöht. Das bestehende Presswerk wird für rund 75 Millionen Euro erweitert. Damit kann die VW-Mannschaft in Zwickau ab 2021 alle zentralen Karosserieteile selbst vor Ort produzieren. Insbesondere in der Endmontage kommen künftig ganz neue Technologien wie der automatisierte Einbau des Dachhimmels zum Einsatz. Die Zahl der Beschäftigten bleibt nach Auskunft von Volkswagen weitgehend stabil. Derzeit sind im Zwickauer Werk rund 8000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

"Wir liegen mit unseren Umbaumaßnahmen voll im Zeitplan. Zwickau wird mit dem ID.3 zum echten Vorreiter in Sachen E-Mobilität", sagte Thomas Ulbrich, zuständig für Elektromobilität im Markenvorstand von Volkswagen und Chef von VW-Sachsen. Nach seiner Auskunft sind die ersten 400 Vorserienfahrzeuge des ID.3 bereits vom Band gelaufen und auf Teststrecken in ganz Europa unterwegs.

Bei den ersten Auslieferungen im Sommer nächsten Jahres kommen zunächst jene Kunden zum Zuge, die sich die "First-Edition" des ID.3 gesichert haben. Bereits vor der Weltpremiere sind laut Volkswagen mehr als 30.000 Vorbestellungen für das neue Elektroauto aus Zwickau eingegangen.

Zum Beitrag: VWs riskanter Aufbruch

Bewertung des Artikels: Ø 4 Sterne bei 9 Bewertungen
15Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    0
    Einspruch
    15.09.2019

    @ Zeitungs..., ich habe es befürchtet, schon die ganzen neuen Akku Geräte halten nicht dass, was die Werbung verspricht. Wenn man wirklich hintereinander weg arbeiten will, hilft nur ein Gerät mit Kabel an Steckdose.

  • 2
    1
    Nixnuzz
    15.09.2019

    @Zeitungss: Kleine Ergänzung: Für Angler oder Jäger gibt es so Taschenheizer - wäre vielleicht für eMobile sinnvoll. Die Ökoversion wäre vielleicht noch der aufgeheizte Kirschkernbeutel...

  • 4
    0
    Zeitungss
    14.09.2019

    @Einspruch: Im Winter werden Sie bei dieser Entfernung mit 3 Übernachtungen nicht hinkommen, außer Sie nehmen die Sonderausstattung mit Ofenheizung.

  • 3
    0
    Einspruch
    13.09.2019

    Kann ich mir dieses Wägelchen leisten und wie gewohnt ohne drei Extra Übernachtungen im Radius von 1000 Kilometern meine Urlaubsziele erreichen .
    Nur das interessiert mich.

  • 1
    0
    Nixnuzz
    13.09.2019

    Vielleicht mal ein kleiner Mengengedanke: Aus den Schubladen heraus Sofort-Lösungen umsetzen. Um heute etwas zu vermarkten, brauchen sie abgenommene Produkte. x Zulassungszeichen, je nach Landstrich und Wetterlage was anderes. Was wollen sie wie wo produzieren? Selbst ein Bild in den eigenen 4 Wänden an die Wand hängen, kann schon zum Problem werden, wenn nicht klar ist, was hinter der Tapette ist. Solange die Eigenleistung dem Sicherheitsdenken anderer Menschen unterliegt, ist von jetzt auf gleich eine Produktion für andere nur langfristig möglich. Und aus der eigenen Schatulle kann nur begrenzt gestartet werden. Wenn z.B. unsere Benzinkutschen gleichartige Komponenten benötigen, kann eine Kooperation sinnvoll sein. Leuchten, Sicherungen, Zündkerzen, Antriebsstränge spezieller Art. Mercedes steht drauf, Peugot ist drin, Suzki mit Renaut und wer noch alles beim anderen. Oder einfach: die Menge macht es für viele bezahlbar. Änderungen sind dann nur sehr langsam umsetzbar. Neuentwicklungen brauchten früher 7-8 Jahre und wurden nachgebessert. Firmensterben geht wohl schneller, wenn andere (Konkurrenz-)Produkte Ersatzfähig sind.

  • 3
    1
    saxon1965
    12.09.2019

    cn3boj00: Ich will hier keine Lanze für die AfD oder Rechtsextreme Bürger brechen. Letztlich wird in diesem System jede Regierungspartei zum Handlanger.
    Ja, der Wasserstoffantrieb ist noch nicht soweit, wie er sein könnte, weil es die Öllobby jahrzehntelang verhindern konnte. Auch darüber gibt es glaubhafte Dokumentationen auf YouTube.
    Was den Audi 100 Modelljahr 1990 betrifft, so habe ich den Link gefunden:
    https://www.youtube.com/watch?v=35DFY7EDbx8
    Und was DIE Leute so wollen? Da könnte man ja mal Fragen! Aller vier Jahre die s. g. Volksvertreter wählen, wobei man ja nie weiß, was hinten raus kommt... dass langt in einer modernen Demokratie nicht mehr. Aber man scheut ja Direkte Demokratie, weil man sich auf die Meinung des Souveräns nicht verlassen kann. Dann lieber doch eine Parteienregierung, die brav macht, was Andere wollen. Vielleicht liegt genau in dieser überholten undemokratischen Entscheidungsfindung in Sachsen, Berlin, Brüssel und sonst wo, der Grund für das Erstarken der Extremisten?

  • 5
    4
    cn3boj00
    11.09.2019

    @saxon, das rechtsextreme Sachsen wird schon noch die Quittung bekommen, wenn es so weitergeht. Dass man Zwickau jetzt so groß einbindet sollte uns demütig machen, denn es sollte ja klar sein dass Sachsen am Tropf der Wirtschaft im Westen hängt, wogegen diese eine Partei auch kein Konzept hat.
    Und ja sage ich ja ein paar Nullen zuviel.
    Wo Sie den Diesel mit unter 2 Litern hernehmen wollen weiß ich aber nicht. Klar geht das, die Japaner (etwa Suzuki) zeigen ja dass man mit kleinen leichten Autos auch Benziner mit unter 5 Liter bauen kann. Am doch nicht im SUV-geilen Deutschland, wo den Leuten der Verbrauch egal ist. Und nein, den Wasserstoffantrieb könnte man nicht schon lange haben. Denn auch heute ist der Wirkungsgrad von der Erzeugung bis zur Verbrennung so schlecht, dass die Öko- und Schadstoffbilanz mit Deutschlands Kohlekraftwerken katastrophal wäre, von der Bezahlbarkeit ganz abgesehen. Vielleicht enthüllen Sie ihre geheimen Konstruktionspläne einmal?
    Abgesehen davon: alle reden vom Wasserstoffauto. Was bitte ist das? Hat man neben Diesel-, Benzin- und Gasmotor nun auch einen Wasserstoffmotor erfunden? Wasserstoffautos sind doch auch Elektroautos, bloß mit einem anderen Energiespeicher.
    Allerdings haben Sie recht, was die Rolle der Politik betrifft: Die hat nur getan (und wird auch in Zukunft nur tun) was die Wirtschaft für angemessen hält. Es ist z.B. absolut nicht verständlich, dass man es in 25 Jahren nicht schafft ein paar Kilometer Oberleitung an paar Gleisen zu legen, weil das Geld fehlt, und dann von heute auf morgen ein paar Millionen für den Autobahnausbau aufbringt damit der Lkw-Verkehr noch besser rollen kann. Allerdings muss man doch auch sehen, dass das rechtsextreme Sachsen mit der einzigen Partei, die grundlegende Veränderungen in der Verkehrspolitik fordert, nicht gut umgeht. Also nicht alles auf die Politik schieben, wenn die Leute es doch so wollen.

  • 1
    1
    saxon1965
    11.09.2019

    @cn3boj00: Ja, meine Verständlichkeit war schlecht, weil...
    Es sollte heißen: "... in dieses rechtsextreme Sachsen?" https://www.freiepresse.de/nachrichten/sachsen/vw-betriebsratschefs-warnen-vor-imageverlust-sachsens-artikel10591163
    Zur Mathematik: 1 Milliarde = 1.000 Millionen und weil man sich das so schlecht vorstellen kann, habe ich es mal so hingeschrieben.

    Was die Thematik E-Mobilität angeht, so ist es wieder einmal wie so oft. Es wird gepuscht, in den Himmel gehoben, Steuergelder werden verbrannt werden, obwohl es seit Jahrzehnten bereits alternative Antriebstechniken geben könnte oder einen Audi 100 mit unter 2 Liter DIESEL pro 100 Kilometer seit 1990!
    Sicher ist die E-Mobilität EIN zukünftiger Baustein, aber so sollte man es dann auch ehrlicher Weise darstellen. Nicht umsonst wird mittlerweile verstärkt am Wasserstoffantrieb gearbeitet, den man schon längst haben könnte.
    Und eines darf man nie vergessen und das hat die Politik und ihr Auftraggeber, die Wirtschaft, in der Vergangenheit ja bewiesen, es wird nur aus den Schubladen geholt, womit man sich maximalen Gewinn verspricht. Das Klima könnte man schon seit Jahrzehnten mit einer anderen Verkehrspolitik und moderneren Antriebtechnologien schonen.
    Es kommt jetzt zwar langsam raus, was man so alles verhindert hat, aber der Bürger nimmt es wieder einmal hin, als wäre es ein Versehen der Wirtschaft ihrer Politiker!

  • 3
    0
    1371270
    10.09.2019

    Wie sagte richtig ein bekannter Prominenter: Schaun mer mal ….

  • 3
    1
    Freigeist14
    10.09.2019

    Die Klimabilanz vor dem ersten Kilometer wäre interessant zu wissen .

  • 1
    2
    kartracer
    10.09.2019

    @cn3boj00, die Nullen stimmen schon, vorn steht ja auch Milliarden, also kleiner Schreibfehler in der Klammer.
    Aber ob wohl die Nullen bei den Vorbestellungen stimmen, da bin ich mir nicht so sicher. vielleicht hat man ja den Preis mit Bestellungen verwechselt, kann ja mal passieren.

  • 3
    1
    Zeitungss
    10.09.2019

    Mal zur Erinnerung , zu DM-Zeiten hätte kein Mensch einen Golf für 60 000 DM mit diesen Gebrauchseigenschaften gekauft, außer man musste nicht persönlich dafür arbeiten.

  • 5
    3
    cn3boj00
    10.09.2019

    @saxon welche rechtsextremen Sachen meinen Sie? Und haben Sie sich nicht um ein paar Nullen vertan?
    Fragen jeglicher Art sind erlaubt, aber sie sollten verständlich gestellt werden.

  • 5
    8
    Zeitungss
    10.09.2019

    @Saxon1965: Zu Punkt 3 ein klares NEIN.

  • 7
    9
    saxon1965
    10.09.2019

    Fragen:
    1.) Von den rund 1,2 Milliarden Euro (1.200.000.000 Millionen) die Volkswagen investiert, wie viele Millionen sind davon direkte oder indirekte Fördergelder?
    2.) Wieso investiert VW ausgerechnet, so wie es uns vor der Wahl suggeriert wurde, trotzdem in dieses rechtsextreme Sachen?
    3.) Sind provokante Fragen zum Thema erlaubt?



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...