Der große Jubel der "kleinen Maus"

Dreispringerin Maria Purtsa trainiert in Chemnitz in einer starken Gruppe. Davon profitiert die Dritte der DM, bringt sich aber auch selbst ein. Etwa, wenn Kristin Gierisch einen schlechten Tag hat.

Leipzig.

Jubeln kann sie schon wie eine Große. Als Dreispringerin Maria Purtsa in Leipzig mit dem letzten Versuch Meisterschaftsbronze noch aus dem Feuer riss, war sie nicht mehr zu halten. Wie ein Flummi katapultierte sie sich aus der Sandgrube, riss beide Arme nach oben und sprang Kristin Gierisch in die die Arme. "13,46 Meter, persönliche Bestleistung, das ist der Hammer, einfach nur cool. Ich freue mich riesig", meint Purtsa. Damit stand sie nicht allein. "Ich bin unheimlich stolz auf die kleine Maus, denn sie ackert im Training genauso hart wie Vincent, Annika, Max oder ich", sagt Kristin Gierisch. Die deutsche Hallenrekordlerin, Vincent Vogel, Annika Gärtz, Max Heß und eben Maria Purtsa gehören alle zur Chemnitzer Trainingsgruppe von Harry Marusch. Dass keiner seiner Springer Leipzig ohne eine Medaille um den Hals verließ, sagt einiges aus. "Wir sind ein Superteam, in dem ich mich sehr wohlfühle", unterstreicht die "kleine Maus", die mit 1,72 Metern gar nicht so klein ist.

Auf der Hand liegt aber, dass sie von der Konstellation in der Gruppe profitiert. "Kristin ist Deutschlands beste Dreispringerin und aktuell die beste in Europa. Es ist der Hammer, mit ihr zusammenarbeiten und von ihren Erfahrungen zu lernen", sagt die gebürtige Dresdnerin. "Aber es ist auch ein Geben und Nehmen. Wir pushen uns gegenseitig und ich gebe ihr Leichtigkeit", fügt sie an. Gierisch (28) kann das nur unterstreichen. "Wenn ich mal einen schlechten Tag oder keinen Bock auf Stabilitätsübungen habe, sagt Maria: ,Kiri, komm!' Dafür bin ich ihr unheimlich dankbar", erzählt die Halleneuropameisterin.

Purtsa ist fünf Jahre jünger und seit vier Jahren - mit einer Unterbrechung durch ein Auslandssemester in den USA - in Chemnitz. Hier studiert sie Psychologie an der Technischen Universität, welche sie auch in leistungssportlicher Hinsicht prima unterstützt. Den Bachelor hat sie in der Tasche, jetzt steht für die Hobbyköchin und Theaterliebhaberin das Masterstudium an. In Sachen Dreisprung soll es Schritt für Schritt vorangehen. Dabei möchte sie ihren eigenen Weg finden. "Ich bin Leichtathletin durch und durch, aber auch noch jung - und 13,46 Meter reichen für Olympia 2020 in Tokio noch nicht", sagt die Athletin vom LAC Chemnitz, die durch Bruder Alexander zur Leichtathletik kam. "Wir verstehen uns ohne viele Worte. Vor dem letzten Sprung in Leipzig hatten wir Blickkontakt und ich wusste gleich, dass er weit geht", erzählt die DM-Dritte, die in der Arena ihren Emotionen freien Lauf ließ.

Dass sie ihr Temperament von ihren Eltern - der Vater ist Grieche, die Mutter Bulgarin - geerbt hat, verneint Maria Purtsa allerdings. "Meine Eltern sind eher sehr rational", erzählt sie lächelnd. Stolz sind sie natürlich trotzdem - und so wird im "Sweet Greece", einem griechischen Restaurant in Dresden, bald ein Bild von Maria Purtsas Auftritt in Leipzig hängen.

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