Enges Duell zwischen Turniersiegern

Toni Haßmann hat vor André Thieme den Großen Preis von Chemnitz gewonnen. Das beste Siegerpräsent bekam er von seiner Tochter.

Chemnitz.

Ob Toni Haßmann und André Thieme zum Großen Preis von Sachsen einen Trend begründen? Der Sieger von 2017 und der Vorjahresgewinner lieferten sich gestern beim Turnierfinale ein packendes Stechen. Haßmann war 2018 zu dieser Zeit bei einem Turnier in Portugal und konnte deshalb seinen Titel nicht verteidigen. Deshalb setzte er in diesem Jahr voll auf Sieg. Doch Thieme war auf Titelverteidigung eingestellt. Der Sachse startete mit der zweitbesten Zeit als Vorletzter ins Stechen und blieb mit seinem 14-jährigen Hengst Liratus erneut fehlerfrei. Als Zeitbester und ohne Fehler aus dem ersten Umlauf ging er mit Haßmann ins Stechen.

Als letzter Starter hatte der Westfale alles in der Hand. Mit seinem Holsteiner Hengst Contendrix war er sogar noch knapp zwei Sekunden schneller als Thieme. Der Neunjährige ist talentiert und eines seiner Toppferde. Oft wechseln junge Pferde, wenn sie erfolgreich sind, für viel Geld den Besitzer. Haßmann hat das bereits einige Male erlebt. Das ist der Preis, wenn die Toppferde nicht den Reitern gehören. Der Reitsport wird mittlerweile in vielen Ländern der Welt auf hohem Niveau ausgeführt, gute Pferde sind begehrt. Contendrix verkaufen? "Er wird nicht verkauft!", sagte der Turniersieger. Dass er nicht nur rasant reiten, sondern auch Autofahren kann, bewies er gleich nach der Siegerehrung und fuhr mit dem gewonnenen Mitsubishi einige sehr schnelle Ehrenrunden. Am Abend vorher hatte er bei der "Chemnitzer Pferdenacht" bei einem kleinen Spaß noch seine Partnerin Clarissa Cotta in der Schubkarre durch die Halle chauffiert.

Haßmann ist Siegen gewohnt. Der Westfale hat zahlreiche Große Preise gewonnen, ist Europameister. Dreimal hintereinander gewann er eines der weltweit anspruchvollsten Springen, das Hamburger Derby. Niederlagen und weniger schöne Zeiten nimmt er mit Humor. So brach er sich bei einer Weltcup-Qualifikationsprüfung in Leipzig das Schlüsselbein.

Doch Reiten ist nicht alles für den 43-jährigen Familienmenschen. Er war verheiratet und hat aus dieser Ehe eine 13-jährige Tochter. Mit Clarissa Cotta ist er in diesem Jahr ein weiteres Mal Vater geworden. Die Schweizer Springreiterin sitzt nur wenige Monate nach der Geburt wieder im Sattel und begleitet mit Baby den Topspringer. Noch vor der Siegerehrung bekam Haßmann gestern auf dem Abreitplatz von seiner kleinen Tochter ein Siegerküsschen.

Mit seinem Bruder Felix Haßmann gehört er zu den Startern, die schon sehr oft zum Chemnitzer Turnier gestartet sind. Die Reiter loben die Bedingungen in der Messe. "Wir sind superzufrieden hier", meinte Haßmann bei der Siegerehrung.

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