FC Werda schnappt sich den Kreispokal

Der FC Fortuna Plauen wird im Endspiel zweier Vogtlandligisten in Weischlitz beim 5:2 (3:1) klassisch ausgekontert.

Weischlitz"Das ist unsere einzige Chance. Alle kämpfen in der Abwehr um den Ball, bis wir ihn haben. Was dann kommt, hängt von der Tagesform ab!" Mit dieser simplen Taktik schickte der Werdaer Trainer Rolf Hellinger die Männer aus dem Altkreis Auerbach ins Rennen. Sein ohnehin kleiner Kader musste fünf Ausfälle verkraften: "Dass wir dann im Finale gleich fünf Buden machen, ist hammerhart", ballte Hellinger fast ein wenig verlegen die Faust.

Fortuna ein schlechter Verlierer

Wie tief die Werdaer Nadelstiche und der daraus resultierende 5:2 (3:1)-Erfolg die Spieler des unterlegenen FC Fortuna getroffen haben, wurde zur Siegehrung deutlich, die die Spieler boykottierten. "Ich kann mich für meine junge Mannschaft und dieses Fernbleiben nur entschuldigen", sagte Fortuna-Trainer Roger Fritzsch. Er war nach dem Abpfiff als einziger Plauener auf dem Platz in Weischlitz geblieben. Seine Jungs hatten das Finale zuvor eigentlich im Griff gehabt.

Für Fortuna sprachen sämtliche Parameter: Ballbesitz (70:30), abgeschlossene Angriffe mit Torgefahr (19:9), Lattentreffer (2:0) und Eckbälle (9:2). "Wir haben uns klassisch auskontern lassen und sind immer wieder gedanklich zusammen gebrochen. Dem FC Werda kann man zu dieser Leistung nur gratulieren", staunte Fritzsch. Nachdem die Plauener gegen Werda beide Punktspiele in der Vogtlandliga gewonnen hatten, starteten sie entsprechend furios und selbstbewusst. Nicht auf der Rechnung hatten sie aber offenbar einen gewissen Roman Koch. Das Werdaer Phantom kennt deshalb keiner, "weil ich bei der Bundespolizei in Berlin bin und ein halbes Jahr keine Zeit hatte für Fußball", lachte der 20-jährige Matchwinner.

Die unter Dauerdruck stehenden Werdaer fuhren genau zwei Tempogegenstöße, beide verwandelte Koch (12., 23.) eiskalt. Als dann auch noch Tomas Kalan (37.) in seinem zweiten Spiel nach langer Verletzungspause den dritten Tempogegenstoß mit dem 3:0 krönte, bekam dieses Spiel einen sensationellen Anstrich. Genauso spektakulär übrigens krachte der Wuthammer vom Plauener Patrick Wolf (44.) zum 3:1-Pausenstand in die Werdaer Maschen.

Sikora schlägt abgezockt zurück

Eine erfolgreiche Plauener Aufholjagd schien dadurch im zweiten Durchgang möglich. Doch immer dann, wenn Daniel Schneider (62.), Jens Eckner (81.), Ricardo Klaus (87. per Kopf zum 4:2) und Marvin Richter (88.) Großchancen der Fortuna produzierten, schlug Martin Sikora (70./90.+4) mit weiteren Treffern abgezockt zurück. In Werdaer Reichweite gelangten die tapfer kämpfenden Plauener nicht.

Fazit: In einem sehenswert-kurzweiligen Finale gewann die reifere Mannschaft. Ein toll amtierender Schiedsrichter Stefan Gäbler und ein herzlich-perfekt arbeitender Finalgastgeber FSV Bau Weischlitz rundeten diesen sonnigen Samstagnachmittag ab.

Statistik

Werda: Baranovsky - Masar, Viertel, Gollnick, D. Herrmann, Sikora, Budik, Wilke, Stipek, Kalan, Koch (90. J. Novak). Fortuna Plauen: Benkert - Singer, K. Herrmann, Riedel/V, Eckner, Wolf/V, Klaus, J. Gashi (56. Schneider), Blei (78. M. Richter), Azarov (75. Ziegenhorn), B. Richter. Schiedsrichter: Stefan Gäbler (Rodewisch); Tore: 1:0, 2:0 Koch (12., 23.), 3:0 Kalan (37.), 3:1 Wolf (44.), 4:1 Sikora (70.), 4:2 Klaus (87.), 5:2 Sikora (90.+4); Zuschauer: 417.

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