Heynen vor Meister-Krönung - Berlin will Finale erzwingen

Weltmeister ist Vital Heynen als Volleyball-Trainer schon. Nur die deutsche Meisterschaft fehlt dem Belgier mit dem VfB Friedrichshafen noch. Am Mittwoch könnte es endlich so weit sein. Die Berlin Volleys wollen erbitterte Gegenwehr leisten.

Friedrichshafen (dpa) - Eine Klarstellung war Vital Heynen vor seiner Abschiedstour beim VfB Friedrichshafen doch sehr wichtig. Von seiner letzten Saison beim deutschen Volleyball-Rekordmeister könne ja eigentlich keine Rede sein, bemerkte der frühere Bundestrainer vor Kurzem.

«Ich gehe nach dieser Saison nur mal ein Jahr weg», beschied Heynen. Es sind solche Feinheiten, auf die der 49-jährige Belgier viel Wert legt. Sein Abschied vom 13-maligen Meister und 16-maligen Pokalsieger steht seit Ende Februar offiziell fest. Heynen will sich als Polens Nationaltrainer eine komplette Saison lang nur der Mission Olympia 2020 in Tokio widmen - und nebenbei mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Aber danach kommt der Nachfolger von Trainerlegende Stelian Moculescu vielleicht noch mal zurück - wer weiß?

Im vierten Spiel der Final-Playoffs um die deutsche Meisterschaft am 8. Mai beim Dauerrivalen Berlin Volleys möchte Heynen mit dem nötigen dritten Sieg noch etwas ganz Entscheidendes nachholen: «Ich will unbedingt die Meisterschaft gewinnen.»

Seitdem Heynen zur Saison 2016/17 Chef in Friedrichshafen wurde, musste er sich jeweils mit dem zweiten Platz hinter dem Hauptstadtverein begnügen. Dafür holte der Bodensee-Club unter seiner Führung aber serienweise den Pokal, den Supercup und wurde dreimal Hauptrundenerster.

Polens Weltmeister-Coach von 2018 hat also den Auftrag erfüllt, nach der Ära Moculescu weiter Titel zu holen. An seiner Bekanntheit hat das wenig geändert. Immer wenn er in Friedrichshafen auf der Straße um ein Foto gebeten werde, stamme der Wunsch von einem Polen, erzählte Heynen einmal launig. In Polen ist Volleyball Nationalsport - in Deutschland eine Sportart unter vielen.

Dass das Interesse an den deutschen Schmetterkünstlern zumindest phasenweise angestiegen ist, hat auch mit Heynen zu tun. 2014 führte der für seine ungewöhnlichen Trainingsmethoden bekannte frühere Zuspieler die deutschen Volleyballer in Polen zu WM-Bronze. Es war die erste deutsche Medaille bei einer Endrunde seit 44 Jahren.

Beim VfB wird künftig Michael Warm das Sagen haben, der die österreichische Nationalmannschaft betreut und in der Bundesliga zuletzt die United Volleys Rhein-Main coachte. Ihm würde Heynen gerne die erste Meisterschaft seit 2015 hinterlassen.

Die Berliner wollen das natürlich verhindern und ein fünftes Spiel erzwingen, um dann am Sonntag in Friedrichshafen ihre vierte Meisterschaft nacheinander zu holen. «Wir werden alles geben», versicherte Außenangreifer Moritz Reichert. «Wenn es uns jetzt tatsächlich gelingt, auf 2:2 zu stellen, wird es ein Nervenspiel am Bodensee.»

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