Hoffenheims Mini-Hoffnung: «Schon viele Wunder gesehen»

Hoffenheim hat in bisher 13 Europacup-Spielen nur einen einzigen Sieg gelandet. Wenig spricht deshalb dafür, dass der einstige Dorfclub nach dem Aus in der Königsklasse nun im Trainerduell Pep Guardiola - Julian Nagelsmann wenigstens noch weich in die Europa League fällt.

Manchester (dpa) - Die Lage ist fast aussichtslos für die TSG 1899 Hoffenheim. Trainer Julian Nagelsmann träumt natürlich trotzdem vom großen Coup - ohne sich verrückt zu machen.

«Der Verein wird nicht zusammenbrechen, wenn wir nicht weiterkommen», sagte der 31-Jährige in seiner typisch flapsigen Art vor dem letzten Gruppenspiel in der Champions League beim Titelmitfavoriten Manchester City. «Wenn wir weiterkommen, werde ich nicht La Paloma pfeifen und nackt um den Tannenbaum tanzen.»

Beim englischen Meister mit Starcoach Pep Guardiola hilft den Kraichgauern am Mittwoch nur ein Sieg weiter, um doch noch auf Rang drei und in der Europa League zu landen. Gleichzeitig muss der Bundesligist darauf bauen, dass Schachtjor Donezk gegen Olympique Lyon verliert. «Wir haben nicht extrem viel zu verlieren, wir haben davor schon etwas verloren. Wir dürfen das auch etwas genießen», erklärte Nagelsmann. «Deshalb habe ich keine große Angst und verspüre nicht mehr Druck als vor dem Hinspiel.»

Zuhause hatten die Hoffenheimer mit einer ersatzgeschwächten Truppe gegen City lange geglänzt und nur unglücklich 1:2 verloren. Die bittere 2:3-Niederlage zuletzt gegen Donezk hat die TSG tief getroffen und den Neuling aus der Königsklasse katapultiert. Nagelsmann räumte später ein: «So geknickt war ich noch nie in meiner Trainerkarriere, da bin ich ganz ehrlich.» Hoffenheims kroatischer Vizeweltmeister Andrej Kramaric sagte am Dienstag: «Wir haben schon viele Wunder im Fußball gesehen. Alles ist möglich.»

Die Ukrainer (5 Punkte) können sich gegen Lyon (7) noch fürs Achtelfinale qualifizieren. Manchester (10) mit den deutschen Nationalspielern Leroy Sané und Ilkay Gündogan ist bereits durch. Die noch immer sieglosen Hoffenheimer haben in fünf Spielen nur drei Punkte gesammelt.

Trotz oder auch gerade wegen der miserablen Ausgangslage will die TSG den Trip auf die Insel genießen. «Wir spielen in einem fantastischen Stadion gegen den renommiertesten Trainer der letzten Jahre mit einer der teuersten Mannschaften des Planeten. Da kann man einfach nur stolz sein, dass man sich mit einem der besten Teams messen darf», betonte Sportchef Alexander Rosen. «Wir wollen erneut eine tolle Leistung zeigen - dieses Mal jedoch mit dem richtigen Ergebnis.»

Neben Kerem Demirbay und Adam Szalai (ebenfalls gesperrt) fehlt der angeschlagene Havard Nordtveit, zudem verzichtet Nagelsmann auf Abwehrchef Kevin Vogt. «Er ist nach zwei Jahren sehr, sehr guter Leistung nicht auf seinem Peak. Der Akku ist gerade nicht so voll. Wir haben entschieden, dass er jetzt mal eine Pause kriegt», sagte Nagelsmann über seinen zuletzt überspielt wirkenden Kapitän.

Dafür sind die beiden Langzeitverletzten Dennis Geiger und Nadiem Amiri erstmals in dieser Saison wieder im Kader. Unabhängig vom Ausgang des letzten Vorrunden-Spieltags in der Champions League hat die TSG das erneute Erreichen der Königsklasse als Saisonziel ausgegeben.

Immerhin darf das Nagelsmann-Team davon ausgehen, dass Guardiola einige Stammspieler schont: «Wir werden noch sehr viele Kräfte in dieser Saison brauchen», sagte er. David Silva, Sergio Agüero und Kevin De Bruyne fehlen ohnehin. Der Ex-Bayern-Coach will unbedingt die Champions League gewinnen. In der Premier League hat City am Wochenende mit dem 0:2 beim FC Chelsea die erste Saisonniederlage kassiert und damit auch die Tabellenführung an den FC Liverpool abgeben müssen.

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