Kapitän muss die Segel streichen

Bei den Deutschen Meisterschaften der Gewichtheber in Obrigheim starten die Athleten der Region erneut chancenreich. Der erfolgreichste Akteur fehlt jedoch.

Chemnitz.

Er hätte in seiner Klasse seinen ersten Meistertitel bei den Männern feiern können: Doch Kurt Perthel muss auf die Deutschen Gewichtheber-Meisterschaften Ende der Woche verzichten. "Ein Start war geplant. Aber meine Rückenprobleme sind leider nicht besser geworden", berichtete der 21-Jährige vom Chemnitzer AC (CAC). So stehen für ihn zunächst weitere Untersuchungen, einschließlich eines MRT, auf dem Programm.

In den vergangenen vier Wochen hatte er zudem als Mitglied der Bundeswehrsportfördergruppe in Hannover einen Unteroffizierslehrgang absolviert. Trainieren war da wie immer nicht im gewohnten Umfang möglich, auch fehlte die umfassende physiotherapeutische Betreuung. Und vor allem mit Blick auf die internationalen Herausforderungen im nächsten Jahr muss er nun die Zeit nutzen, um die gesundheitlichen Probleme in den Griff zu bekommen. Schon im Frühjahr plagte er sich mit Schmerzen herum, legte eine längere Pause ein. Dennoch schaffte er es, sich nicht nur für die U-23-EM zu qualifizieren, sondern mit zwei Bronzemedaillen seine bislang wertvollsten Erfolge zu erkämpfen. "Da hatte ich genug Adrenalin", nennt Kurt Perthel den Grund, wie es ihm kurzzeitig gelang, die Probleme beim Bewältigen von neuen Bestleistungen zu verdrängen. Doch nun hofft er, dass bald die Ursache erkannt und er dementsprechend behandelt werden kann.

Ihren Kapitän in der Chemnitzer Bundesligamannschaft wollen nun zwei Gefährten, mit denen er am Bundesstützpunkt unter Anleitung von Trainer Petr Hrubý gemeinsam an den Hantel paukt, würdig bei den Titelkämpfen vertreten. Der 18-jährige Raphael Friedrich aus Rodewisch sieht den Wettkämpfen dabei relativ gelassen entgegen, da er sein Meisterstück bereits bei der Junioren-EM schaffte. Als Neuling steigerte er sich um zwölf Kilogramm und belegte einen beachtlichen sechsten Rang. Nicht nur in seinem Altersbereich, auch bei den Männern kann er in der Spitze mitmischen. Für Julian Pianski indes geht es um sehr viel mehr. Er will eine Leistung anbieten, mit der er weiterhin zu den Kaderathleten gehört. Da er wegen Verletzungen und Krankheiten mehrfach Zwangspausen einlegen musste, schaffte der Starter von Nachwuchshöhepunkten (Jugend-EM, Junioren-WM) 2019 die geforderten Lasten bislang noch nicht.

Bei den Frauen steht die 20-jährige Pauline Walzak aus Eibau, die gleichfalls bei Petr Hrubý trainiert, bezüglich der Norm vor der gleichen Herausforderung. Sandra Martin (33) vom CAC möchte gern ihre Serie mit Medaillengewinnen seit 2004 in Folge fortsetzen. Mit guten Chancen auf Spitzenplätze nehmen auch Kostiantyn Jelezov und Anne Taubert vom AC Atlas Plauen die Reise nach Obrigheim in Angriff.

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