Mit "Carmen" verzaubert und Gold gewonnen

Olympiasiegerin Alina Sagitowa aus Russland sicherte sich bei der Eiskunstlauf-WM den Titel. Enttäuschung herrschte im deutschen Team.

Saitama.

Zufrieden sieht anders aus. Nicole Schott wirkte ziemlich geknickt, als sie am Freitagabend in der Mixed-Zone der Saitama-Super- Arena erschien. Nach der langen Verletzungspause und dem schwachen Abschneiden bei der EM (16.) in Minsk hatte sie auf einen schönen Abschluss gehofft. Doch die Deutsche Eiskunstlauf-Meisterin konnte bei den Weltmeisterschaften ihren hervorragenden 12. Platz nach dem Kurzprogramm nicht behaupten. Sie wurde am Ende 16.

"Ich weiß, dass ich weiter vorn mitmischen kann", meinte die 22-Jährige und fügte hinzu: "Ich wollte das zeigen, was ich kann. Aber sobald die Toeloop-Toeloop-Kombination nicht dreifach-dreifach kommt, ändert sich das Programm, weil man ein bisschen umstellen muss. Dann denkt man nach und ist nicht mehr auf das fokussiert, was man machen soll." Nicole Schott wirkte verhalten, nicht mehr so locker wie im Kurzprogramm.

Zwei Tage zuvor schaffte die Essenerin, die seit 2014 in Oberstdorf trainiert, mit der persönlichen Bestleistung von 63,18 Punkten souverän den Einzug ins Finale, der immerhin 16 Damen verwehrt blieb. Die 55-Punkte-Marke trennte die Spreu vom Weizen. Im vergangenen Jahr lag die Grenze fünf Punkte niedriger. Trainer Michael Huth gab zu bedenken, dass sein Schützling zwischen August und November an einer Knieverletzung laborierte und einige Wettbewerbe absagen musste. "Wenn die halbe Saison wegfällt, ist es schwierig, die Zeit aufzuholen. Dann fehlt halt die Routine in den Programmen", erklärte Nicole Schott. Etwas Positives nimmt sie dennoch mit aus Japan: "Dass ich in der vorletzten Gruppe sein und mal mit denen trainieren konnte - das war eine tolle Erfahrung."

Die Medaillenplätze gehörten irgendwie alle der Trainingsgruppe von Eteri Tutberidse. Olympiasiegerin Alina Sagitowa, bei den Russischen Meisterschaften nur Fünfte, konnte die Konkurrenz deutlich distanzieren. Nach Katarina Witts Abschieds-WM 1988 in Budapest gab es wieder mal "Carmen" als Siegerkür. Vor 18.000 Zuschauern holte sich Elisabeth Tursinbajewa wie schon bei den Vier-Kontinente-Meisterschaften Silber. Die Kasachin gewann dabei nicht nur die erste WM-Medaille für ihr Land, sondern stand als erste Athletin der Welt in einer Kür den vierfachen Salchow fehlerfrei. Sie ist 2018 aus Toronto zu Eteri Tutberidse zurückgekehrt, während die zweifache Weltmeisterin Jewgenija Medwedjewa im Gegenzug zu Brian Orser wechselte. In Saitama waren alle auf dem Treppchen wieder vereint. Das japanische Trio hielt dem hohen Erwartungsdruck nicht stand und musste vor heimischem Publikum mit den Rängen vier bis sechs vorliebnehmen.

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