NFL-Profis setzen Hymnenprotest trotz Trump-Warnung fort

Auch in der neuen Saison setzt sich der Hymnenprotest in der US-Football-Profiliga NFL fort. Kenny Stills und Albert Wilson von den Miami Dolphins knieten während der Nationalhymne vor dem Saisonauftakt gegen die Tennessee Titans, Robert Quinn erhob eine Faust. Vor der Partie hatte US-Präsident Donald Trump die Proteste für die sinkenden Einschaltquoten verantwortlich gemacht.

"Wow, die Quoten des ersten NFL-Spiels sind noch weit unter den bereits wirklich schlechten Zahlen vom Vorjahr", lästerte Trump auf Twitter: "Wenn die Spieler mit Stolz zu unserer Flagge und Hymne stünden, und das wird alles übertragen, könnten die Quoten vielleicht steigen?"

Quinn, Stills und Wilson protestierten bereits vor einem Monat beim Vorbereitungsspiel gegen die Tampa Bay Buccaneers. "Bleibt stark, Brüder", schrieb der frühere NFL-Quarterback Colin Kaepernick dazu in den sozialen Netzwerken. Der 30-Jährige hatte die Spielerproteste gegen Rassismus, sozialer Ungerechtigkeit und Polizeigewalt vor zwei Jahren ausgelöst. Trump und seine Anhänger empfinden die Proteste als Beleidigung der Nation und des Militärs.

Im Frühjahr hatten die Besitzer der 32 NFL-Teams eine Vorschrift erlassen, um die Proteste aus dem Rampenlicht in die Kabine zu verlegen. Nach einer Beschwerde der Spielergewerkschaft NFLPA wegen der Einschränkung der Meinungsäußerungsfreiheit wurde diese aber ausgesetzt. Weitere Gespräche blieben ohne Ergebnis, laut ESPN soll in dieser Saison auch keine neue Regelung mehr eingeführt werden.

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