Stefan Bötticher meldet sich zurück

Beim Grand Prix der Bahnradsportler in Brünn gewann der Chemnitzer die Keirinentscheidung. Er erlebte dabei ganz besondere Augenblicke.

Brünn/Chemnitz.

Mit diesem Einzelsieg hatte er selbst im Vorfeld nie gerechnet. Umso glücklicher ließ Stefan Bötticher gestern noch einmal sein Comeback auf dem obersten Podest bei einem internationalen Kräftemessen Revue passieren. Denn am späten Sonntagabend konnte der Bahnsprinter vom Chemnitzer PSV das Keirinrennen beim Grand Prix (GP) im tschechischen Brünn mit insgesamt 49 Startern überraschend für sich entschieden. Im Zielspurt verwies er den Thüringer Maximilian Dörnbach (Chemnitzer Erdgasteam) und seinen Vereinsgefährten Joachim Eilers auf die weiteren Plätze.

"Es war wieder einmal sehr schön, ganz oben zu stehen. Das hätte ich nicht gedacht. Aber ich fühlte mich gut, es passte einfach", meinte der 26-Jährige und fügte hinzu: "Besser starten konnte ich nicht. Und ich bin wieder auf die Bildfläche getreten." Abgesehen von den Erfolgen, die ihm zu Jahresbeginn während des Berliner Sechstagesrennens - was natürlich mit einem Grand Prix nicht zu vergleichen ist - gelangen, liegt ein ähnlicher Triumph von ihm fast drei Jahre zurück. Im August 2015 gewann der zweifache Weltmeister von 2013 (Sprint, Teamsprint) bislang letztmalig - damals die Keirinkonkurrenz beim GP in Dudenhofen.

Danach folgte eine lange Leidenszeit mit verschiedenen gesundheitlichen sowie verletzungsbedingten Problemen und Rückschlägen, die ihm unter anderen auch um die anvisierte Olympiateilnahme 2016 sowie weitere WM- und EM-Einsätze brachten. Im Oktober 2017 hatte er dann erstmals wieder mit dem spezifischen Training begonnen, vergleichsweise schnell ein hohes Leistungsniveau erreicht und im Winter einen Weltcup bestritten. Bundestrainer Detlef Uibel berief ihn daraufhin in seinen Kader für die WM in Apeldoorn Anfang März. In den Niederlanden bekam er einen Einsatz im Teamsprint. Bei seiner Spezialdisziplin Sprint durfte er jedoch nur zuschauen, da er wegen der fehlenden Wettkämpfe nicht die notwendigen Qualifikationspunkte besaß. Ein Antrag des deutschen Verbandes auf eine Ausnahmegenehmigung wurde abgelehnt.

Nach dem Urlaub und einem vierwöchigen Praktikum bei der Bundespolizei nahm er langfristig die Vorbereitung für den ersten Saisonhöhepunkt, die EM Anfang August in Glasgow, in Angriff. "Wir haben den Beginn aber bewusst human und noch mit Reha-Maßnahmen gestaltet. Auch musste ich nochmal wegen einer Zahnoperation eine Woche pausieren", berichtete Stefan Bötticher.

Umso bemerkenswerter war sein Wettkampfeinstieg, bei dem er am Vortag im Sprint mit Platz fünf schon ein beachtliches Resultat erreichte. "Für den jetzigen Zeitpunkt waren das auch für die Psyche sehr wertvolle Ergebnisse, die Selbstvertrauen geben", befand sein Heimtrainer Ralph Müller. Für seinen Schützling folgen nun vier harte Renn-Wochenenden mit internationalen Wettkämpfen in Cottbus (2) und Polen sowie den Deutschen Meisterschaften Mitte Juli, bei denen er hoffentlich ab und an dieses schöne Siegergefühl erneut erleben darf.

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