Tygart attackiert Bach: "Er kann nicht einfach das Handtuch werfen"

Travis Tygart, Chef der US-Anti-Doping-Agentur USADA, hat IOC-Präsident Thomas Bach scharf für dessen Aussagen im Anti-Doping-Kampf kritisiert. "Es ist ein harter Kampf, aber der oberste Chef des Sports kann nicht einfach das Handtuch werfen", sagte der US-Amerikaner CNN.

Bach, seit 2013 erster deutscher Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), hatte CNN Switzerland zuletzt gesagt, dass Doping immer passieren werde. Der Kampf gegen Doping sei ein Krieg, den man nicht gewinnen könne, so Bach.

Eine solche Resignation sei nicht zu vertreten und sei vergleichbar mit der Haltung von Athleten, die zu einem Wettkampf nicht antreten würden, meinte Tygart: "Können Sie sich vorstellen, dass Michael Phelps oder Usain Bolt in ein olympisches Finale kommen und sagen: Ich kann diesen Wettkampf nicht gewinnen."

Bach verkörpere nicht die Entschlossenheit, die saubere Athleten verdient hätten. Tygart meinte aber auch, dass Bachs Aussagen als ein Zeichen dafür gewertet werden könnten, dass die Suspendierung der russischen Anti-Doping-Agentur (RUSADA) bei einem Treffen der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) am 20. September auf den Seychellen aufgehoben werden könnte.

"Das wäre ein verheerender Schlag für die Glaubwürdigkeit der WADA sowie für die Hoffnungen und Träume von Millionen von Athleten auf der ganzen Welt, die an einen sauberen und fairen Wettbewerb glauben", sagte Tygart.

Die RUSADA war im November 2015 wegen massiver Verstöße gegen die Anti-Doping-Richtlinien von der WADA als "non-compliant" (nicht regelkonform) eingestuft worden. Als Voraussetzung für eine Wiederaufnahme hatte die WADA unter anderem eine öffentliche Anerkennung des McLaren-Reports, der Russland ein institutionalisiertes Dopingsystem attestierte, sowie den Zugang zu weiteren Dopingproben im Moskauer Labor gefordert. Beide Voraussetzungen seien laut Tygart bisher nicht erfüllt worden.

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