US-Missbrauchsskandal: Verbandspräsidentin Perry zurückgetreten

Der von Skandalen erschütterte US-Turnverband ist erneut in schwere Turbulenzen geraten. Die erst im Januar neu gewählte Präsidentin Kerry Perry trat am Dienstag mit sofortiger Wirkung von ihrem Amt zurück. Schon ihr Vorgänger Steve Penny war über die Missbrauchsaffäre um den langjährigen Mannschaftsarzt Larry Nassar gestolpert

Perry hatte unter den Athletinnen einen Proteststurm ausgelöst, nachdem USA Gymnastics Trainerin Mary Lee Tracy als neue Entwicklungskoordinatorin eingestellt hatte. Tracy hatte den wegen sexuellen Missbrauchs von mindestens 250 Turnerinnen zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilten Nassar noch nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen ihn als "großartig" bezeichnet.

Daraufhin begann auch das Nationale Olympische Komitee der USA (USOC) Druck auf den Turnverband auszuüben. "Es ist Zeit, über Veränderungen an der Führungsspitze nachzudenken. In dieser schwierigen Situation bieten wir unsere Unterstützung an", sagte USOC-Chefin Sarah Hirshland. Nun zog Perry selbst die personelle Konsequenz.

Ungeachtet des erneuten Wirbels an der Spitze sieht sich der US-Verband allerdings auf einem guten Weg, wie Sprecherin Karen Golz erläuterte: "USA Gymnastics hat nach schrecklichen Vorkommnissen bei seiner Stabilisierung gute Fortschritte gemacht." Wann ein Nachfolger für Perry gewählt werden soll, ist derzeit noch völlig offen, auch Kandidaturen sind aktuell nicht bekannt.

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